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Warnsignal Infertilität

Steht die Samenqualität auch für die allgemeine Gesundheit von Männern? Eine neue Studie ergab, dass Probanden mit fehlerhaften Samen auch viel eher zu einer Reihe gesundheitlicher Probleme wie Herzkrankheiten und Hautirritationen neigen.

Infertilität als Warnsignal: Probleme mit der Fortpflanzung können auf andere Gesundheitsprobleme hindeuten.

In der Fachzeitschrift “Fertility and Sterility” wurde eine Studie publiziert, die nahelegt, dass sich Männer, die Probleme mit der Fruchtbarkeit haben, einem erweiterten Gesundheits-Check unterziehen sollten.

Michael Eisenberg

Michael Eisenberg

Auch wenn sich mit zunehmendem Alter sowohl der allgemeine Gesundheitszustand als auch die Samenqualität verschlechtern, sind bereits Männer in ihren Dreißigern von Infertilität betroffen. Es ist nicht geklärt, ob einige Lebensstil- oder Umweltfaktoren sowohl die Fertilität von Männern als auch deren allgemeinen Gesundheitszustand beeinflussen.

Dr. Michael Eisenberg von der Stanford University, der die Studie leitete, geht jedoch davon aus, dass es sich wahrscheinlich um ein genetisches Problem handelt. Mehr als 15 Prozent aller Paare seien Eisenberg zufolge von Fertilitätsproblemen betroffen, und in der Hälfte der Fälle hätten die männlichen Partner mangelhafte Samen. In einer Aussendung schrieb der Urologe, dass Infertilität ein Warnsignal sei: Probleme mit der Fortpflanzung können auf andere Gesundheitsprobleme hindeuten.

Gesundheit eines Mannes korreliert stark mit seiner Samenqualität

Das Standford-Team untersuchte 9.387 Männer, meist im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, die in Fruchtbarkeitskliniken mehrere Spermienproben abgegeben hatten. Bei mehr als der Hälfte dieser Männer stimmte etwas mit den Samen oder dem Sperma nicht. Die meisten der Betroffenen waren jung und hatten keine erkennbaren gesundheitlichen Probleme, 44 Prozent hatten jedoch sehr wohl Gesundheitsprobleme. Sämtliche Personen mit Hypertonie, Herzkrankheiten oder einem Schlaganfall in der Vergangenheit hatten über dem Normalwert liegende Samen-Abnormitäten. So wiesen56 Prozent der Probanden ohne Hypertonie eine normale Samenqualität auf, aber nur 45 Prozent der Männer mit Bluthochdruck hatten eine normale Samenqualität, schrieb das Eisenberg-Team in der Aussendung.

Genetische Komponente

“Es gibt gute Chancen, dass an dem Prozess Gene beteiligt sind. Da rund 15 Prozent der männlichen, humanen Genoms an der Reproduktion beteiligt sind, ist es denkbar, dass andere gesundheitliche Beschwerden auch mit Mängeln bezüglich der Fertilität verbunden sind”, meinte Eisenberg. Dies bedeute jedoch nicht unbedingt, dass es sich unbedingt um ein erbliches Problem handeln müsse. Auch Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und schlechte Ernährung können die DNA schädigen. Einige Studien legen nahe, Menschen, die nicht ausreichend schlafen, ihre Fruchtbarkeit schädigen, während andere Arbeiten eine schlechte Samenqualität auf die Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien zurückführen.

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Michael L. Eisenberg, Shufeng Li, Barry Behr, Renee Reijo Pera, Mark R. Cullen
Relationship between semen production and medical comorbidity
Fertility and Sterility, Published online: December 9, 2014, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.fertnstert.2014.10.017

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