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Kärtner Spitalsärzte kämpfen um adäquate Grundgehälter

Die Kärntner Spitalsärzte fordern den sofortigen Beginn ernsthafter Lohnverhandungen und pochen neben besseren Arbeitsbedingungen vor allem auf ein angemessenes Grundgehalt. Einige werfen jenen Ärzten an den KABEG-Häusern, die ab 1. Jänner 2015 die Opt-Out-Möglichkeit zu den derzeitigen Gehaltsbedingungen in Anspruch nehmen wollen, vor, eine Mitverantwortung für die Fortschreibung des Schemas “bis zum St. Nimmerleinstag” zu tragen.

Veranstaltung zum Thema "Kärntner Spitalsärzte im Kampf um bessere Arbeitsbedigungen" im Casineum am 23. Oktober

Veranstaltung zum Thema “Kärntner Spitalsärzte im Kampf um bessere Arbeitsbedigungen” im Casino Velden am 23. Oktober

Nachdem die rund 900 Ärzte in den fünf Häusern der Kärntner Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft (KABEG) am 25. September Betriebsversammlungen abgehalten hatten, bei denen eine Anhebung des Grundgehalts um zumindest 30 Prozent sowie das Recht auf uneingeschränkte Nebenbeschäftigung und ein Paket für Frauen und Jungärzte (mehr Teilzeitarbeit, bezahlte Zusatzausbildungen) gefordert wurde, geht der ursprünglich von der Ärztekammer und dem Zentralbetriebsrat initiierte Prostest gegen die nach Meinung der betroffenen Ärzte unzumutbaren Arbeitsbedingungen in eine neue Runde. Am Donnerstagabend fand eine Versammlung der betroffenen Ärzte im Casino Velden statt. Dort waren die Plakate der Kampagne “Wir sind es wert” der Ärztekammer nicht zu übersehen.

Die Spitalsärzte fordern neben dem höheren Grundgehalt eine geringere Anzahl an Arbeitsstunden, da derzeit etwa 30 bis 40 Prozent des Gehalts durch Überstunden generiert werden, die in Zukunft in dieser Form nicht mehr geleistet werden dürfen. Ab dem kommenden Jahr können Ärzte nur mehr 48 Wochenstunden in den Spitälern arbeiten, die höchst zulässige Arbeitszeit wird in den Folgejahren laufend reduziert. Sobald die neue Dienstzeit umgesetzt ist, werden auch Gehälter dramatisch sinken. Aus diesem Grund wird nun lautstark die Anhebung des Grundgehalts eingefordert.

Casino voller wütender Ärzte

Foto: wirsindeswert.at
Bei der gestrigen Veranstaltung im Casino Velden bezeichnete der Salzburger Arbeitsrecht-Experte Univ. Prof. Dr. Klaus Firlei vor mehr als 500 Ärztinnen und Ärzten sowie dem Kärtner Ärztekammerpräsidenten Dr. Josef Huber, Kurienobmann Dr. Ingo Kager und Betriebsrätin Dr. Petra Preiss die bisherige Vorgangsweise, dass Ärzte nur durch ein Übermaß von Überstunden zu einem adäquaten Einkommen gelangen könnten, als unakzeptabel. Bei der Gehaltsbemessung müsse man objektive Kriterien wie Ausbildung, Verantwortung und Arbeitsbelastung berücksichtigen. “Das alles ist bei ihnen (den Ärzten, Anm.) hochgradig anspruchsvoll und das muss berücksichtigt werden”, appellierte Firlei.

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Gehaltsrunde Anfang November

wirsindeswert.atLandeshauptmann Peter Kaiser, der sowohl als Mitglied des KABEG Aufsichtsrates als auch als Personalreferent fungiert, lädt per 4. November zu Gehaltsverhandlungen ein. Je näher dieser Termin rückt, umso stärker wird der Unmut unter den Ärzten. Mittlerweile drohen sie nämlich bereits mit Abwanderung – etwa in die Steiermark, wo Krankenhausärzte bis zu 37 Prozent mehr Gehalt beziehen als in Kärnten.

Die Spitalserhalter und das Land dürften aber schön langsam einlenken. So deutet etwa das Angebot des Klinikums Klagenfurt, wonach Turnusärzten künftig ein Notarztkurs bezahlt wird, darauf hin, dass die Protestgebärden ernst genommen werden. KABEG-Vorstand Arnold Gabriel zufolge konnte hinsichtlich der “uneingeschränkten Nebenbeschäftigungsmöglichkeiten” eine Einigung erzielt werden: Der Passus “uneingeschränkt” werde wegfallen.

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Quelle: wirsindeswert.at, ORF,