29. März 2023Einsatz von Nikotinersatzprodukten

Schweden könnte bald als rauchfrei gelten

Ersatzprodukte zur Harm Reduction: Tabakerhitzer, E-Zigaretten oder das schwedische Tabakprodukt Snus senken die Prävalenz des gesundheitsschädlichen Zigarettenkonsums.

Rotes Haus in Schweden
by-studio/GettyImages

Ein Land gilt als rauchfrei, wenn die Prävalenz der rauchenden Erwachsenen unter fünf Prozent liegt. Schweden ist das erste Land weltweit, das nach dieser Definition bald als rauchfrei gelten kann – und das 17 Jahre vor dem Jahr, das sich die Europäische Union (EU) zum Ziel gesetzt hat, um rauchfrei zu werden. Während der letzten 15 Jahre ist die Prävalenz von 15% auf 5,6% gesunken. Somit hat das skandinavische Land schon jetzt die geringste Anzahl an täglich rauchenden Erwachsenen in der EU.

Geringerer Zigarettenkonsum durch Harm Reduction

Der beste Weg, um die schädlichen Auswirkungen von Tabak zu reduzieren, ist der komplette Verzicht darauf. Der schwedische Psychologe Dr. Karl Fagerström, der durch seine Forschung zur Tabakabhängigkeit international bekannt geworden ist, betont allerdings: „In Ländern mit einer hohen Akzeptanz von Tabak- und Nikotinalternativen ist die Prävalenz des Rauchens schneller zurückgegangen als in Ländern mit geringerer Akzeptanz und restriktiver Politik.“ Die Schwedinnen und Schweden würden daher zwar weniger Zigaretten rauchen, aber dennoch Nikotin zu sich nehmen – jedoch in einer anderen Form. Tatsächlich konsumieren rund 15% der Schweden Snus, eine dort verbreitete Form von oral konsumiertem Tabak. Zusammen kommen Raucherinnen und Raucher sowie Snus-Konsumentinnen und -Konsumenten auf einen Bevölkerungsanteil von 20$ . Das entspricht der durchschnittlichen Prävalenz des täglichen Zigarettenkonsums in der EU.

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