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Psoriasis-Arthritis

EULAR 2021: Guselkumab bei mangelndem Ansprechen auf TNF-Inhibition

Verletzung am Handgelenk.

Wirksamkeit und Sicherheit von Guselkumab bei Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die unzureichend auf eine Tumornekrosefaktor-Hemmung ansprachen: Ergebnisse der Woche 24 einer randomisierten, kontrollierten und doppelblinden Phase-IIIb-Studie.

Guselkumab, ein selektiver monoklonaler Antikörper, der auf die Interleukin-23p19-Untereinheit abzielt, hat in zwei zulassungsrelevanten Phase-III-Studien zur Psoriasis-Arthritis (PsA) gute Wirksamkeit gezeigt (DISCOVER-1, DISCOVER-2).

Guselkumab nach TNFi-Versagen

In der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase IIB-Studie COSMOS wurde die Wirksamkeit von Guselkumab bei Patienten mit aktiver PsA untersucht, die zuvor unzureichend auf eine Tumornekrosefaktor-Hemmung (TNFi) angesprochen hatten. Ergebnisse aus dieser Studie zu Wirksamkeit und Sicherheit von Guselkumab bis Woche 24 wurden am EULAR-Kongress 2021 präsentiert.

RCT-Studiendesign

285 Patienten mit aktiver PsA (≥3 geschwollene und ≥3 schmerzhafte Gelenke), die ein schlechtes Ansprechens auf TNFi oder eine Unverträglichkeit gegenüber TNFi zeigten, wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten entweder Guselkumab 100mg (n=189) subkutan oder ein Placebo (n=96) zu Woche 0, Woche 4 und in weiterer Folge alle acht Wochen bis zu Woche 44. (mit Placebo-Crossover zu Guselkumab bei Woche 24). In Woche 16 konnten Patienten, die gewisse Kriterien erfüllten (<5-prozentige Verbesserung der Werte für schmerzhafte und geschwollene Gelenke), ebenfalls von Placebo zu Guselkumab switchen.

Die Teilnehmergruppen waren vergleichbar, wobei in der Guselkumab-Gruppe ein höherer Anteil an Frauen und schwerere Gelenksymptome zu beobachten waren. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war ein ACR20-Ansprechen* in Woche 24.

Ergebnisse: 44,4% zeigen ein ACR20 in Woche 24

In Woche 24 erreichten 44,4 Prozent der Guselkumab- gegenüber 19,8 Prozent der Placebo-Patienten ein ACR20 (p<0,001). Auch bei sekundären Endpunkten war die Guselkumab- der Placebo-Gruppe Großteils überlegen. Die Wirksamkeit war in allen Subgruppen, die durch die Ausgangscharakteristika definiert wurden, konsistent, einschließlich der Patienten, die eine vorherige TNFi-Behandlung aufgrund unzureichender Wirksamkeit (84% Guselkumab vs. 81% Placebo) und Sicherheit (16% Guselkumab vs. 19% Placebo) abgesetzt hatten. Die Nebenwirkungen bzw. unerwünschten Ereignisse (adverse events, AE) waren bei Guselkumab- und Placebo-Behandelten ähnlich: So zeigten in der Guselkumab-Gruppe 37 Prozent der Patienten und in der Placebogruppe 48 Prozent ein oder mehrere AEs. Zu Infektionen kam es bei etwa einem Fünftel der Patienten (Guselkumab: 18%, Placebo: 20%) und jeweils zwei Prozent brachen die Behandlung wegen AEs ab.

*ACR-Kriterien= Response-Kriterien des American College of Rheumatology

Eine ACR20-Response besteht, wenn der Patient eine mindestens 20-prozentige Besserung im Vergleich zum Ausgangswert seiner ACR-Klassifikation erfahren hat.

Coates LC et al.: Efficacy and safety of Guselkumab in patients with active psoriatic arthritis who demonstrated inadequate response to tumor necrosis factor inhibition: week 24 results of a phase 3b, randomized, controlled study. EULAR 2021; OP0230

Virtueller Kongress der European League Against Rheumatism (EULAR), 2.–5.6.21

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