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Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom

ASCO GU: Tivozanib ist effektiver in 3./4. Therapielinie im Vergleich zu Sorafenib

Menschliche Niere auf wissenschaftlichem Hintergrund

Tivozanib ist ein hochselektiver VEGFR-Tyrosinkinaseinhibitor (TKI), der in der randomisierten, offenen Phase-III-Studie TIVO-3 bei 350 Patienten mit ≥2 Vortherapien gegen Sorafenib geprüft wurde. Der primäre Endpunkt, eine signifikante Verlängerung des PFS, wurde erreicht: Die Patienten lebten median 5,6 versus 3,9 Monate ohne Krankheitsprogress (HR 0,73; 95% CI 0,56–0,94; p=0,0165). Die PFS-Rate betrug nach einem Jahr 28 versus 11 Prozent und nach zwei Jahren 18 versus 5 Prozent.

Beim ASCO GU wurde anhand der Ergebnisse für insgesamt 159 Patienten mit nur zwei Vortherapien gezeigt, dass Tivozanib insbesondere in früheren Therapielinien von Vorteil ist. Das mediane PFS betrug für diese Patienten 5,5 versus 3,7 Monate (HR 0,57; 95% CI 0,39–0,83; p=0,003). Ein Ansprechen zeigten 15,2 versus 7,5 Prozent der Patienten. Ebenfalls ausgewertet wurden die Daten von 172 Patienten in Bezug auf eine vorangegangene Therapie mit dem TKI Axitinib, der vermehrt als Teil der Erstlinientherapie eingesetzt wird. Bezüglich des PFS wurde unabhängig von einer vorangegangenen Axitinib-Therapie für Patienten in der 3. oder 4. Therapielinie ein Vorteil für Tivozanib gegenüber Sorafenib bestätigt. Die Ansprechrate war in der 3. Therapielinie höher unter Therapie mit Tivozanib (16 vs. 6%) und in der 4. Therapielinie für beide Substanzen vergleichbar (11 vs. 10%). Die Verträglichkeit der Tivozanib-Therapie wurde durch die vorangegangene Axitinib-Therapie nicht beeinflusst.

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