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Kolumne Dr. Promussas: Von Strahlen, Herzfeuer und Energie

Wann hat eigentlich der mediale Feldzug gegen die Homöopathie begonnen? Sicher nicht erst mit der unsäglichen Energieringgeschichte um das neu erbaute Krankenhaus Nord. Vor allem in sogenannten Qualitätsmedien werden Begriffe wie Homöopathie, Esoterik, Energetik, ja sogar Religion wüst durcheinandergeworfen. Obendrein wird jeder, der auch nur irgendwie mit einem dieser Begriffe in Berührung kommt, als jenseitig und unaufgeklärt dargestellt. Besagte Medien sollten es eigentlich besser wissen.

Vor allem bei Homöopathie tut aber vielleicht auch ein bisschen Selbstreflexion not. Ich weiß, dass viele KollegInnen gar nichts damit am Hut haben. Andererseits gibt es auch Homöopathie-Gläubige, die in Graubereiche eintauchen und meiner Meinung nach die Homöopathie in Veruf bringen. Ich habe nichts gegen Graubereiche, denn das Leben ist nun einmal nicht schwarz und weiß, aber ich gehöre keinem der beiden extremen Lager an. Für mich ist es ein Privileg, bei Professor Dorcsi gelernt und danach in der Ordination eines Allgemeinarztes als Assistentin gearbeitet zu haben, der nicht nur Homöopathie und Akupunktur sehr einfühlsam praktizierte, sondern später auch die TCM mit einbezog – alles mit großen Heilerfolgen.

Neuerdings beobachte ich aber Tendenzen, die auch mir nicht gefallen – es sind Geschichten wie diese, die der Homöopathie, die selbstverständlich der Komplementärmedizin (und nicht der Esoterik!) zuzuordnen ist, schaden. Weil ich andere Erfahrungen gemacht habe, glaube ich z.B. nicht an irgendwelche Strahlungen, die den homöopathischen Arzneien schaden. Vor Kurzem hatten wir eine Kundin, die einige dieser Arzneien bei uns erwarb. Am Ende schaute sie entsetzt zu, als wir den Code auf den Fläschchen scannten. „Um Gottes willen!“, rief sie. „Was tun Sie da!!! Können Sie wenigstens meine Globuli in Alufolie verpacken?“ Meine Kollegin, die bediente, sah sie verständnislos an. „Wieso das denn?“, fragte sie. „Na wegen der gefährlichen Strahlung! Zuerst ziehen Sie das Ding da über den Scanner und jetzt soll ich es vielleicht auch noch ungeschützt in meine Handtasche geben, wo mein Smartphone drinliegt? Auf die Empfehlung, das Smartphone vielleicht rauszunehmen und woanders hinzutun, reagierte sie schroff. „Sie kennen sich eindeutig nicht aus. Meine Stammapotheke gibt die Alufolie gratis dazu. Sie können das alles wegräumen, ich geh zu den Profis!“ Sprach’s und ließ uns sprachlos zurück.

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