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Mister Three-peat der Radiologie

Eine Auszeichnung gleich dreimal in Folge zu bekommen ist wie ein „Three-peat“ beim Basketball. Mit beidem kennt sich Dr. Claudio Spick bestens aus. Der Youngstar in der Radiologie weiß außerdem, was man in puncto Motivation von Steven Spielberg lernen kann. (krebs:hilfe! 11/16) 

Zum dritten Mal in Serie erhielt Spick nun den Förderungspreis für herausragende Forschung der Österreichischen Gesellschaft für Senologie. Ein guter Freund gratulierte zum „Three-peat“, was beim Basketball drei Siege in Serie bedeutet. Spick hat sich über die Auszeichnung „extrem gefreut“, auch wenn er nicht unbedingt seine Person in den Mittelpunkt stellen möchte. Denn wie gute Basketballspiele „entstehen große Ideen immer in einem Team“, ist Spick überzeugt.

Mentoring als Schlüssel

Der 30-Jährige hat in Graz Medizin studiert, und spätestens ab der Diplomarbeit war klar, dass es ihn in die Radiologie zieht. Die Arbeit „Predictive Value of Magnetic Resonance Imaging in Patients Classified as BI-RADS™ 1 to 3“ präsentierte Spick, bereits als Student, beim Europäischen Radiologiekongress 2010. „Das wissenschaftliche Arbeiten ist am Anfang nur mit einem guten Mentor möglich. Pascal Baltzer hat mich dabei sehr unterstützt und gefördert“, erzählt Spick. Denn wenn es um Motivation geht, sei diese Unterstützung ein sehr wichtiger Punkt, wie Spick auch am Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York, bewusst wurde. In den USA wird Mentoring seit Jahrzehnten durch Programme gefördert. „Das sollte in Österreich noch viel mehr etabliert werden“, findet Spick.

Die Mentoring-Plattform der MedUni Wien ist ein Anfang (www.meduniwien.ac.at/mentoring/senior-mentoring/). Spick hat sich zum Ziel gesetzt, später selbst ein guter Mentor zu werden: „Ich habe jetzt die ersten Studenten mitbetreut, ganz einfach weil es Spaß macht und ich bei manchen Dingen schnell weiterhelfen kann.“ Denn alle Beteiligten profitieren davon, meint Spick und zitiert Steven Spielberg. – Der Filmregisseur antwortete, danach gefragt, was ihn denn noch motiviere, wo er alles erreicht habe, Folgendes: „Ich möchte jetzt einen Jungen fördern, und wenn der dann den Oscar gewinnt, motiviert das auch mich.“

Brust-MR weiter etablieren

2011 begann Spick die Facharztausbildung an der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Wien. Nach einer Post-doc-Stelle im Rahmen des UCLA Translational Biomarker Development Programs in Kalifornien widmet Spick sich derzeit wieder in enger Zusammenarbeit mit dem MRT-Spezialisten Pascal Baltzer der bildgebenden Diagnostik des Mammakarzinoms in der Arbeitsgruppe Molecular and Gender Imaging von Univ.-Prof. Dr. Thomas Helbich. Um die Technik der Biopsie von unklaren MR-Befunden zu validieren, entstand zuletzt die Arbeit „MR-guided vacuum-assisted breast biopsy: influence of biopsy device, lesion type and size on false negative results and underestimation rates“, deren Präsentation beim Europäischen Radiologiekongress zu den besten Vorträgen zählte.

Ob ein negativer Befund in der MR wirklich Brustkrebs ausschließen kann, ist eine Frage, mit der sich Spick derzeit beschäftigt. „Prof. Baltzer hat die dazu publizierten internationalen Daten wissenschaftlich analysiert. Nun wollen wir das mit eigenen Daten aus Österreich verifizieren“, sagt Spick. Mit einer weiteren Arbeit untermauerten Spick und Kollegen den Stellenwert der diffusionsgewichteten MR, die derzeit beim Mammakarzinom noch nicht standardmäßig eingesetzt wird. Vorrangiges Forschungsziel des Radiologen für die nächsten Jahre ist es, die Brust-MR weiterzuentwickeln.

Schönes Gefühl, zu publizieren

Was Spick dazu antreibt zu forschen, ist der Wunsch, die jetzigen Standards in der Medizin ein Stück weiter zu bringen und Erklärungen dafür zu liefern, wie etwas funktioniert. „Darüber hinaus ist es ein schönes Gefühl, etwas zu publizieren. Das lesen dann andere, man wird zitiert und ist selbst als Gutachter tätig. Der Austausch mit Kollegen, die sich mit dem gleichen Gebiet beschäftigen und demnach auch entsprechend auskennen, ist sehr motivierend. Das ist eine eigene Welt, in der man sich bewegt.“ Möglich sei das wissenschaftliche Arbeiten aber nur, wenn man viel Zeit investiere, also in der Freizeit oder im Nachtdienst. Letzteres sieht er aber nicht als Einschränkung. „Das liegt vielleicht auch daran, dass ich noch keine Familie habe.“ Zeit nimmt Spick sich auch für das Basketballspielen, wo er in der Position des Point Guards bei den Wörthersee-Piraten begonnen hat. „Jetzt spiele ich in Wien bei den Basket Flames.“

Weitere Vorschläge für Kandidaten dieser Serie richten Sie bitte an krebshilfe@medizin-medien.at

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