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Dr. Pichlbauer: Mystery Suffering & Folgekosten

Etwa 7400 Kassenärzte wickeln jährlich etwa 100 Millionen E-Card-Kontakte ab: 70 Millionen durch 4100 Hausärzte und 30 Millionen durch 3300 Fachärzte. 60 Millionen Rezepte und 6,3 Millionen Krankschreibungen (die meisten elek­tronisch und beim Hausarzt) werden ausgestellt. Kommt jetzt Mystery Suffering, wird über jedem dieser Kontakte, Krankschreibungen und Rezeptausstellungen ein Schatten des Zweifels schweben.

Was, wenn dieser Zweifel dazu führt, dass die Patienten-Kontakt-Zeit beim Hausarzt, im Schnitt um 10 Sekunden steigt? Dann bedeutet das, dass etwa 120 zusätzliche Hausarztstellen benötigt würden, wenn die gleiche Zahl an Patienten in der gleichen Zeit wie heute versorgt werden soll. 120 Hausärzte würden pro Jahr etwa 29 Millionen Euro kosten. Weil aber kaum zusätzliche Posten geschaffen werden, werden alternativ die Wartezeiten der Patienten um etwa 195.000 Stunden steigen.

Und was, wenn dieser Zweifel dazu führt, dass mehr Patienten abgewiesen oder wegen „Überprüfung der Verdachtsdiagnose“ (realiter, um die Krankschreibung nicht selbst durchführen zu müssen, denn warum soll ein Unternehmer einem potenziellen „Kunden“ gleich mal gegen das Schienbein treten und ihm unterstellen, er simuliert) an Fachärzte überwiesen werden als heute, dann wird eine Heerschar an Patienten durch das System wandern und vermutlich so lange, bis sie irgendwer krankschreiben wird – und zwar meistens völlig zu Recht.

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