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Spitalsärztebefragung: Diesmal auch Befragung zu Gewalt

Sie wird seit 2003 regelmäßig durchgeführt, heuer ist es nun wieder soweit: In der von der Österreichischen Ärztekammer beauftragten Spitalsärztebefragung geben Ärztinnen und Ärzte anonym Einblick in ihre Arbeitssituation. Neben Fragen, u.a. zur Ausbildung, Arbeitsbelastung, Arbeitszeit und Zusammenarbeit, wird heuer erstmalig auch das Thema Sicherheit in den Fragebogen aufgenommen.

Konkret werden Österreichs Spitalsärzte danach gefragt, ob sie verbaler oder physischer Gewalt an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt waren und ob sie mit einer Waffe bedroht wurden. Die dramatische Situation in den Spitälern sei mit dem Anlassfall am SMZ Süd in Wien noch deutlicher geworden. „Wir benötigen umfassende Daten, um zu zeigen, wie gravierend die Situation in den Spitälern bereits ist“, sagt Harald Mayer, ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte.
Spitalsärztinnen und Spitalärzte können von Anfang bis Mitte September per Online-Fragebogen daran teilnehmen, die Ergebnisse werden im Herbst im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. „Mit der Spitalsärztebefragung erhalten wir einen umfassenden Überblick über den Arbeitsalltag und die Herausforderungen in Österreichs Spitälern. Anhand der Rückmeldungen werden wir Maßnahmen ableiten und entsprechende Forderungen an die neue Regierung stellen“, sagt Mayer.

Mehr Sicherheit und höhere Strafen

Einen Grund für die erhöhte Gewaltbereitschaft sieht der ÖÄK-Vizepräsident unter anderem auch im Ressourcenmangel: „Gewalt ist ein zunehmendes Problem in unseren Spitälern, insbesondere in Hotspots wie den stark überlasteten Ambulanzen.“ Und lange Wartezeiten würden die Aggressionsbereitschaft erhöhen: „Seit Jahren fordern wir, dass Ambulanzen entlastet werden müssen und sich nur den in den Krankenanstaltengesetzen festgelegten Aufgaben widmen“, sagt Mayer.
Neben einer strukturellen Entlastung fordert Mayer ein sicheres Arbeitsumfeld und höhere Strafen. „Spitalsärztinnen und Spitalsärzte leisten Tag für Tag trotz Personalknappheit und einer Arbeitsverdichtung großartige Arbeit und müssen am Arbeitsplatz geschützt werden“, fordert er und bekräftigt seine Forderung nach einer Evaluierung der baulichen Situation in den einzelnen Krankenhäusern und einem darauf aufbauenden Sicherheitskonzept. „Es ist nicht akzeptabel, dass das Gesundheitspersonal weniger geschützt wird als beispielsweise Mitarbeiter am Gericht“, betont der ÖÄK-Vizepräsident. Ein ÖÄK-Vorschlag zu einer Verschärfung des Strafrechts liegt bereits dem Parlament vor.

Quelle

APAMED vom 26.07.2019

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