17. Juni 2020Leberzellkarzinom

Modifiziertes Sorafenib-Derivat in der Erstlinientherapie

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Donafenib verbesserte gegenüber Sorafenib das Gesamtüberleben signifikant bei gleichzeitig besserem Nebenwirkungsprofil und stellt somit eine vielversprechende Erstlinientherapie für Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkarzinom dar.

Mit dem neuen Multikinaseinhibitor Donafenib wurde bei Patienten mit Leberzellkarzinom (HCC) eine Verlängerung des Gesamtüberlebens bei gleichzeitig besserer Verträglichkeit im Vergleich zu Sorafenib gezeigt. Donafenib könnte daher die optimale Erstlinientherapie sein, folgern die Autoren einer chinesischen Studie.1 Donafenib ist ein deuteriertes Derivat von Sorafenib, welches laut einer Phase-Ib-Studie eine gute Verträglichkeit aufweist.
In einer chinesischen Phase-II/III-Studie mit insgesamt 668 Studienteilnehmern wurde Donafenib (0,2 g, bid) randomisiert gegen Sorafenib (0,4 g, bid) für die Behandlung des nicht resezierbaren oder metastasierten HCC geprüft. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben. Die eingeschlossenen Patienten waren im Durchschnitt 53 Jahre alt und wiesen mehrheitlich einen Tumor im Stadium BCLC C auf (87–88%). Bei 90 % der Patienten wurde eine HBV-Infektion als Ursache der Erkrankung nachgewiesen.
Mit einem medianen OS von 12,1 versus 10,3 Monaten und einer Hazard Ratio von 0,831 (95% CI 0,699-0,988) war die Therapie mit Donafenib der Sorafenib-Therapie signifikant überlegen (p=0,0363). Bezüglich des progressionsfreien Überlebens (HR=0,909; 95% CI 0,763-1,082) und dem Ansprechen (ORR: 4,6% versus 2,7%) wurde kein signifikanter Unterschied festgestellt. Nebenwirkungen ≥Grad 3 wurden im Donafenib-Arm weniger häufig verglichen mit Sorafenib festgestellt (57,4% vs. 67,5%), ebenso wie Therapie-assoziierte Nebenwirkungen ≥Grad 3 (37,5% vs. 49,7%). Bei 5,7 % versus 7,5 % der Patienten führten therapieassoziierte Nebenwirkungen zu einem Abbruch der Studienmedikation.

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