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EFIC: Digitale Verhaltenstherapie bei chronischem Schmerz

Kognitive Verhaltenstherapie kann den Umgang mit chronischen Schmerzen verbessern. Leider ist diese Methode nicht überall und nicht für alle Schmerzbetroffenen verfügbar. Digitale Lösungen versprechen Abhilfe, die Evidenzlage ist jedoch noch ambivalent. In Schweden soll nun mit einem ambitionierten Projekt der Zugang zu evidenzbasierter digitaler Verhaltenstherapie erleichtert werden.

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Chronischer Schmerz kann ein lebenslanger und massiv einschränkender Zustand sein. Selbstmanagement der Betroffenen mit dem Ziel verbesserter Resilienz ist daher ein entscheidender Faktor zur Bewältigung dieser Situation. Verhaltenstherapeutische Interventionen können dabei behilflich sein, so Prof. Dr. Rikard Wicksell vom Karolinska-Institut in Stockholm. Leider gelingt es nach wie vor nicht, diese Interventionen allen chronischen Schmerzpatientinnen und Schmerzpatienten zukommen zu lassen. Digitale Lösungen könnten dabei einen Paradigmenwechsel ermöglichen. Allerdings ist die Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit nach wie vor begrenzt. Ein Cochrane-Review identifizierte 32 Studien aus 11 Ländern mit knapp 5.000 Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Formen von chronischem Schmerz. Die am häufigsten untersuchte Methode war die kognitive Verhaltenstherapie.1

Wirklich beantworten könne der Review die anstehenden Fragen jedoch nicht, so Wicksell. Die Autorinnen und Autoren gelangten zu dem Schluss, dass über digitale Medien durchgeführte kognitive Verhaltenstherapie im Vergleich zu anderen Interventionen (Online-Gesprächsrunden, „Standardtherapie“) Schmerz wahrscheinlich reduziere und die resultierende Behinderung leicht bessere. Die Effekte seien jedoch 3–12 Monate nach Ende der Intervention nicht mehr nachweisbar. Insgesamt zeigten sich die Autorinnen und Autoren „sehr unsicher“, was die Aussagekraft ihrer Resultate anbelangt. Diese Zweifel seien nicht zuletzt in der Methodik begründet, wie Wicksell ausführt. Zu nennen wären unter anderem die generellen Probleme von Metaanalysen, namentlich eine heterogene Studienlandschaft mit unterschiedlichen Interventionen und Patientenpopulationen sowie unterschiedliche Endpunkte. Eine weitere Metaanalyse zu eHealth identifizierte 16 Studien mit 12 unterschiedlichen Interventionen.2

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