8. Jän. 2024„Abwassersystem des Gehirns“

EHC: Glymphatisches System und Migräne

Rund um die Pathophysiologie der Migräne sind nach wie vor viele Fragen offen. Aktuelle Forschung liefert Hinweise, dass speziell bei der Entstehung der Migräne-Aura, aber auch bei chronischen Veränderungen des Gehirns infolge von Migräne, das glymphatische System, ein erst vor wenigen Jahren beschriebenes „Abwassersystem“ des Gehirns, eine wichtige Rolle spielen könnte.

Human head with brain in abstract decoration
Dmitry Kovalchuk/AdobeStock

Die Entdeckung des glymphatischen Systems zeigte, dass auch die Anatomie als Forschungsgebiet noch Überraschungen zu bieten hat. Während in der Peripherie lösliche Substanzen, Proteine und Flüssigkeit aus dem Gewebe durch das Lymphsystem zurück in die Zirkulation befördert werden, war bis vor kurzem unklar, wie diese Vorgänge im Gehirn ablaufen, zumal es im zentralen Nervensystem keine Lymphgefäße gibt. Dies sei umso erstaunlicher, als Gehirn und Rückenmark metabolisch hochaktiv sind, erläutert Prof. Dr. Rami Burstein von der Harvard Medical School. Burstein: „Das glymphatische System ist ein erst kürzlich entdecktes, makroskopisches System der Abfallbeseitigung, das auf einem Netzwerk perivaskulärer Tunnel basiert, die von Astrogliazellen gebildet werden. Dieses System sorgt für die effiziente Elimination löslicher Proteine und Metaboliten aus dem zentralen Nervensystem.“

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