SCLC-Patienten unter MRT-Überwachung: Braucht es die prophylaktische Hirnbestrahlung?

Die MAVERICK-Studie stellt die Rolle der prophylaktischen Hirnbestrahlung beim SCLC infrage. Eine alleinige MRT-Überwachung verbesserte das kognitiv dysfunktionsfreie Überleben signifikant, ohne bislang einen Nachteil beim Gesamtüberleben zu zeigen. Die endgültige OS-Analyse steht noch aus.

Kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC) neigt stark zu Hirnmetastasen, die bei 10–20% der Patienten bereits bei der Diagnose bestehen. Bei 50–80% treten sie während der Behandlung auf.1–3 Die prophylaktische Hirnbestrahlung (PCI) reduziert das intrakranielle Fortschreiten der Erkrankung. Außerdem verbesserte sie in Studien aus der Zeit vor der MRT das Gesamtüberleben (OS), wodurch sie sich als Standardtherapie etablierte.4,5  

Allerdings verursacht die PCI erhebliche kognitive Toxizität. Weiters beeinträchtigt sie die Lebensqualität, weshalb sie im heutigen Zeitalter der routinemäßigen MRT-Überwachung des Gehirns umstritten ist. Denn Eine MRT-basierte Überwachung könnte eine frühzeitigere Erkennung von Hirnmetastasen und eine effektivere Salvage-Therapie ermöglichen und gleichzeitig PCI-bedingte kognitive Schäden vermeiden.

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