Sekundärprävention nach Herzinfarkt
Was gehört heute noch zur Standardtherapie nach einem Herzinfarkt? Während einige Ansätze unverändert bleiben, hat neue Evidenz andere infrage gestellt.

PD Dr. Gregor Fahrni vom Stadtspital Zürich Triemli zeigte in einem Vortrag, welche alten Dogmen weiterhin gelten, welche nicht mehr – und warum das Weglassen oft Teil einer guten Therapie ist. Die Erfolgsgeschichte der Herzinfarkttherapie begann lange vor modernen Medikamenten, erinnerte Dr. Fahrni. In den 1960er-Jahren lag die Spitalsmortalität noch bei 30%. Mit der Einführung von Intensivstationen, Monitoring und Defibrillation sank sie auf 18%, durch die Lysetherapie auf 7% und seit der Etablierung der primären PCI in den 1990er-Jahren auf etwa 5%. Das Hauptproblem bleibt die Mortalität vor Spitaleintritt, die weiterhin 35 bis 40 % beträgt, erklärte der interventionelle Kardiologe. Deshalb beginne die Postinfarktbehandlung im Grunde mit dem Herzinfarkt selbst.
- Lemesle G et al. Aspirin in Patients with Chronic Coronary Syndrome Receiving Oral Anticoagulation. N Engl J Med. 2025 Oct 23;393(16):1578-1588. doi: 10.1056/NEJMoa2507532.
- Lee YJ et al. Intensive LDL Cholesterol Targeting in Atherosclerotic Cardiovascular Disease. N Engl J Med. 2026 Apr 9;394(14):1365-1375. doi: 10.1056/NEJMoa2600283.
- Yndigegn T et al. Beta-Blockers after Myocardial Infarction and Preserved Ejection Fraction. N Engl J Med. 2024 Apr 18;390(15):1372-1381. doi: 10.1056/NEJMoa2401479.
Quelle: PD Dr. Gregor Fahrni: Nachbehandlung von Herzinfarktpatienten, FomF Allgemeine Innere Medizin Update Refresher, Juni 2026, Zürich
