16. Sep. 2026Aktuelles zu Patientenselektion, Zeitfenster und Gefäßterritorium

EAN: Neue Entwicklungen in der Schlaganfall-Behandlung

Die Schlaganfallbehandlung wird immer differenzierter, wie mehrere Beiträge auf dem diesjährigen EAN-Kongress zeigen. Alter, Zeitfenster oder Gefäßgröße allein reichen heute oft nicht mehr aus, um den Nutzen einer Intervention für den Patienten zu beurteilen.

3D-Darstellung der zerebralen Gefässe in verschiedenen angiografischen Ansichten.
samunella/stock.adobe.com

Besonders deutlich wird dieser Fortschritt laut Prof. Dr. Zuzana Gdovinová von der Universität Košice (SK) bei der mechanischen Thrombektomie.

Nachdem sich diese Methode bei proximalen Verschlüssen großer Gefäße etabliert hat, richtet sich der Fokus zunehmend auf Patientengruppen, bei denen die Evidenzlage weniger klar ist.

Thrombektomie bei MeVO: Lernen aus negativen Studien

Dazu zählen Medium Vessel Occlusions (MeVO), die 25 bis 40 Prozent der akuten ischämischen Schlaganfälle ausmachen. Mehrere randomisierte Studien konnten bisher keinen Vorteil der endovaskulären Therapie gegenüber der alleinigen medikamentösen Behandlung nachweisen.

Für Prof. Gdovinová widerlegen diese Ergebnisse jedoch nicht die Thrombektomie selbst, sondern werfen die Frage auf, ob die bisherigen Studien die richtigen Gefäßverschlüsse, Patienten und Techniken untersucht haben. Ein Problem sei die Heterogenität der betroffenen Gefäße: „Ein M2-Verschluss der A. cerebri media ist beispielsweise nicht mit einem P3-Verschluss der A. cerebri posterior vergleichbar“, betonte sie.

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