
ILD-Screening mit Thorax-HRCT und Funktionstests
Ein Organ, das bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen betroffen sein kann, ist die Lunge. Am EULAR-Jahreskongress erklärten internationale Experten, welche Untersuchungen zum ILD-Screening und zur Überwachung einer interstitiellen Lungenerkrankung empfohlen werden und welche therapeutischen Möglichkeiten es gibt.

Bei der systemischen Sklerose ist die Lungenfibrose ein Leitsymptom der Erkrankung. Eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) kann aber auch bei anderen rheumatischen Erkrankungen, Kollagenosen (CTD) oder rheumatoider Arthritis (RA) auftreten.
Man bezeichnet diese Erkrankungen am besten als SARDs (systemische autoimmune Rheumaerkrankungen), erläuterte der Rheumatologe Prof. Dr. Shervin Assassi, University of Texas. Bei allen SARDs ist ein Screening auf ILD wichtig, um die Beteiligung der Lunge zu identifizieren.
Unterschiedliche Screeningstrategien je nach SARD
Da die Prävalenz bei allen SARDs unterschiedlich ist, gibt es verschiedene Empfehlungen, wer gescreent werden sollte. Die gemeinsame Leitlinie von ERS (European Respiratory Society) und EULAR empfiehlt ein Screening mittels hochauflösendem Thorax-CT (HRCT) bei allen Patienten mit systemischer Sklerose (SSc), Mixed-Connective-Tissue-Disease (MCTD) oder Myositis. Bei Auffälligkeiten im HRCT oder bei klinischen Symptomen sind zudem Lungenfunktionstests (forcierte Vitalkapazität, FVC) und Diffusionskapazität der Lunge für Kohlenmonoxid (DLCO) durchzuführen.
Matteson EL et al., Nintedanib in Patients With Autoimmune Disease-Related Progressive Fibrosing Interstitial Lung Diseases: Subgroup Analysis of the INBUILD Trial. Arthritis Rheumatol. 2022; 74: 1039–1047