Renale Denervation bei resistenter Hypertonie
Manche Patienten erreichen trotz Therapie keinen Blutdruck unter 140/90 mmHg. Bei unkontrollierter Hypertonie bietet die renale Denervation eine interessante Alternative.

Nur wenige wissen, was renale Denervation bedeutet, mutmaßte Dr. Marco Giacchi zu Beginn seines Vortrags beim Kardiologie Review Kurs. "Wir abladieren nicht die Nieren, auch nicht die Arterien, sondern die Afferenzen und Efferenzen des Sympathikus an der Nierenarterie", stellte der Kardiologe vom HerzGefässZentrum Im Park in Zürich klar. Die Technologie hat eine turbulente Entwicklung erlebt. Die Frage, ob sie Hype oder große Hoffnung ist, ist also durchaus berechtigt.
Alle wichtigen Fachgesellschaften (European Society of Hypertension, ESH; European Society of Cardiology, ESC; American Heart Association, EHA) haben die Grenz- und Zielwerte der arteriellen Hypertonie in den letzten Jahren überarbeitet. Sie stimmen darin überein: Eine unkontrollierte arterielle Hypertonie liegt vor, wenn der Blutdruck trotz Behandlung mit mindestens drei Antihypertensiva – darunter meist ein Diuretikum – in maximal verträglicher Dosierung über 140/90 mmHg bleibt. Voraussetzung ist, dass die Werte auch bei der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung bestätigt werden.
- NCD Risk Factor Collaboration. Worldwide trends in hypertension prevalence and progress in treatment and control from 1990 to 2019: a pooled analysis of 1201 population-representative studies with 104 million participants. Lancet 2021; 398 (10304): 957–980.
- Böhm M et al. Efficacy of catheter-based renal denervation in the absence of antihypertensive medications (SPYRAL HTN-OFF MED Pivotal): a multicentre, randomised, sham-controlled trial. Lancet 2020; 395 (10234): 1444–1451.
- Mahfoud F et al. Long-term efficacy and safety of renal denervation in the presence of antihypertensive drugs (SPYRAL HTN-ON MED): a randomised, sham-controlled trial. Lancet 2020; 399(10333): 1401–1410.
Kardiologie Review Kurs, Zürich 2026
