1. Juni 2026Hype oder Hope?

Renale Denervation bei resistenter Hypertonie

Manche Patienten erreichen trotz Therapie keinen Blutdruck unter 140/90 mmHg. Bei unkontrollierter Hypertonie bietet die renale Denervation eine interessante Alternative.

mockup kidney and stethoscope lies on a blue background
filins/stock.adobe.com

Nur wenige wissen, was renale Denervation bedeutet, mutmaßte Dr. Marco Giacchi zu Beginn seines Vortrags beim Kardiologie Review Kurs. "Wir abladieren nicht die Nieren, auch nicht die Arterien, sondern die Afferenzen und Efferenzen des Sympathikus an der Nierenarterie", stellte der Kardiologe vom HerzGefässZentrum Im Park in Zürich klar. Die Technologie hat eine turbulente Entwicklung erlebt. Die Frage, ob sie Hype oder große Hoffnung ist, ist also durchaus berechtigt.

Alle wichtigen Fachgesellschaften (European Society of Hypertension, ESH; European Society of Cardiology, ESC; American Heart Association, EHA) haben die Grenz- und Zielwerte der arteriellen Hypertonie in den letzten Jahren überarbeitet. Sie stimmen darin überein: Eine unkontrollierte arterielle Hypertonie liegt vor, wenn der Blutdruck trotz Behandlung mit mindestens drei Antihypertensiva – darunter meist ein Diuretikum – in maximal verträglicher Dosierung über 140/90 mmHg bleibt. Voraussetzung ist, dass die Werte auch bei der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung bestätigt werden.

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