22. Mai 2026Zwischen Wirksamkeit und Nebenwirkungsmanagement

Schizophrene Störungen: Antipsychotika in der Praxis

Antipsychotika gehören zu den wirksamsten Medikamenten in der Medizin. Durch eine individuell angepasste, mittels therapeutischem Drug Monitoring gesteuerte Therapie können Rückfälle bei schizophrene Störungen verhindert und gleichzeitig langfristige Nebenwirkungen vermieden werden, betont PD Dr. Michael Paulzen.

Schizophrenie
Volha/stock.adobe.com

Die antipsychotische Pharmakotherapie stellt eine zentrale Säule in der Behandlung schizophrener Störungen dar. Bezüglich der Number-Needed-to-Treat (NNT) gehören Antipsychotika zu den effektivsten Pharmaka.

„Wir verfügen über Medikamente mit einer Wirksamkeit, die viele somatische Pharmaka deutlich übertrifft“, unterstreicht der Psychiater vom Alexianer Zentrum für seelische Gesundheit Aachen/Gangelt, zu Beginn seines Vortrages.

Allerdings betont Dr. Paulzen, „sollten wir nicht die maximale Wirkung um jeden Preis, sondern eine individuell angemessene, sorgfältig überwachte Therapie anstreben, um Nebenwirkungen zu verhindern und somit eine langfristig tragfähige Behandlung zu gewährleisten.“

Dieses Postulat impliziert eine Abkehr von historisch geprägten Hochdosisstrategien hin zu einer individualisierten, am Konzept der sogenannten minimalen effektiven Dosierungen orientierten Therapie. Der Begriff der „angemessenen Dosierung“ sei dabei nicht normativ. Vielmehr sei er patientenbezogen zu verstehen und erfordert eine kontinuierliche Anpassung unter Berücksichtigung klinischer Effekte und pharmakokinetischer Parameter.

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum neuropsy