1. Mai 2026Gewalt in der Geburtshilfe

Wie sich negative Geburtserlebnisse vermeiden lassen

Die Geburt eines Kindes ist ein freudiges Ereignis – oft jedoch verklärt. Jede dritte Frau empfindet die Geburt als belastend, manche sogar als traumatisch oder gewaltsam. Auch in stressigen Momenten sollte auf mehr Feingefühl und bessere Kommunikation im Kreißsaal geachtet werden.

Medical Team Examining and Helping Pregnant Woman During Delivery In Operating Room.
Iryna/stock.adobe.com

Gewalt in der Geburtshilfe hat viele Gesichter. "Sie beinhaltet sämtliche Handlungen und Unterlassungen vom medizinischen Fachpersonal", erklärte Dr. Tina Fischer, Leiterin des Fachbereichs Geburtshilfe und stellvertretende Chefärztin der Frauenklinik am Kantonsspital St. Gallen beim Kongress für Praktische Gynäkologie und Geburtshilfe (KPGG).

Ein oft diskutiertes Beispiel für physische Gewalt ist der Kristeller-Handgriff. Dabei drückt der Arzt oder die Hebamme während einer Wehe auf den Bauch der Frau, um die Austreibungsphase zu beschleunigen. Dieses Vorgehen kann Schmerzen verursachen und sollte möglichst vermieden werden.

Auch psychische und strukturelle Gewalt sind verbreitet. In hektischen Situationen werden Frauen angeschrien, beleidigt oder aufgefordert, endlich richtig zu pressen. Fehlt es an Personal, fühlen sich Gebärende oft allein gelassen, wenn sie Unterstützung brauchen. "All dies muss vermieden werden", betonte Dr. Fischer.

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