
CLL: Kontinuierliche versus zeitlich begrenzte zielgerichtete Therapie
Die Phase-3-Studie CLL17 zeigt, dass zeitlich begrenzte Venetoclax-basierte Kombinationstherapien bei unbehandelter CLL eine vergleichbare Wirksamkeit wie die kontinuierliche Ibrutinib-Monotherapie erreichen – bei gleichzeitig höheren Raten tiefer Remissionen. Damit rücken fixe Therapiedauern mit potenziell behandlungsfreien Intervallen zunehmend in den Fokus der Erstlinientherapie.
Zielgerichtete Wirkstoffe haben die Chemoimmuntherapie als Standardtherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) abgelöst, wobei drei Behandlungsschemata zur Verfügung stehen: die kontinuierliche Monotherapie mit einem BTK-Inhibitor (BTKi) und die zeitlich begrenzte Therapie auf Basis eines BCL2-Inhibitors (BCL2i), entweder in Kombination mit einem CD20-Antikörper oder einem BTKi.
Die BTKi-Monotherapie ist zwar einfach in der Anwendung, erfordert jedoch eine kontinuierliche Behandlung, die mit langfristigen Nebenwirkungen einhergeht.
Umgekehrt führen BCL2i-Therapien mit fester Dauer zu tieferen Remissionen und behandlungsfreien Intervallen, erfordern jedoch komplexere Dosierungsschemata.
Die CLL17-Studie ist die erste, die diese drei Ansätze direkt vergleicht, wie Dr. Othman Al-Sawaf auf dem 2025 ASH Annual Meeting vorstellte.
Abstract #642: Fixed-Duration versus Continuous Targeted Treatment for Previously Untreated Chronic Lymphocytic Leukemia: Results from the Randomized CLL17 Trial; Plenary Scientific Session, 67th ASH Annual Meeting; Orlando, Florida und virtuell, 7.12.2025.