19. März 2026Update GOLD-Definitionen, Biomarker und kardiovaskuläres Risiko

COPD 2026: Jede Exazerbation zählt

Die klassische Definition der chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bleibt zwar weiterhin bestehen, dennoch gibt es relevante klinische Entwicklungen, berichtete Prim. ao. Univ.-Prof.in Dr.in Judith Löffler-Ragg von der Pneumologie Natters in Tirol beim 13. Pneumo Aktuell: Adaptierte GOLD-Kriterien, neue Risikobewertungen und ein stärker integrativer Blick auf Komorbiditäten verändern Diagnostik und Therapie.

COPD
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Die COPD ist nach wie vor eine Herausforderung für Pneumologinnen und Pneumologen. Rund 600.000 Menschen sind in Österreich betroffen; etwa jeder zehnte über 40 und jeder vierte über 70 Jahre, so Prim. Löffler-Ragg.

Klinik und Bildgebung berücksichtigt

Die aktuellen Empfehlungen der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) bestätigen zwar die diagnostische Bedeutung der Atemflusslimitation. Eine präbronchodilatorische FEV1/FVC-Ratio ≥0,7 kann eine COPD mit hoher Sicherheit ausschließen.

Dennoch warnte Prim. Löffler-Ragg davor, die Diagnostik darauf zu beschränken. Es gebe Patientinnen und Patienten mit relevanter Exposition und Symptomen, die keine manifeste Obstruktion zeigen. Gerade diese sollten weiter abgeklärt werden, etwa durch eine postbronchodilatorische Untersuchung, da ein „Volume-Response“ eine verborgene Obstruktion entlarven könne.

COPD sei immer als Gesamtbild zu bewerten, so die Referentin – Spirometrie, Klinik und Bildgebung müssen gemeinsam interpretiert werden. Auch symptomatische Patientinnen und Patienten mit bildmorphologischen Veränderungen ohne klassische Obstruktion können einen ungünstigen Verlauf haben.

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum pneumo