
Zielgerichtete Migräneprophylaxe
Mit CGRP-gerichteten Therapien steht seit mittlerweile etwa acht Jahren eine spezifische, gut verträgliche und langfristig wirksame Migräneprophylaxe zur Verfügung, die Krankheitskontrolle wesentlich verbessern kann. Für die klinische Praxis bedeutet das einen Paradigmenwechsel – hin zu früher und konsequenter Prävention. Ein aktueller Review in The Lancet Neurology fasst die Evidenz zusammen.

Migräne gehört mit rund 1,2 Milliarden Betroffenen weltweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Die Prävention ist mittlerweile neben der Akuttherapie eine wichtige Säule der Migränebehandlung mit dem Ziel, die Attackenfrequenz und -intensität zu reduzieren, Behinderung zu verringern und einer Chronifizierung vorzubeugen. Eine Reduktion der monatlichen Migränetage um mindestens 50% – bei chronischer Migräne um mindestens 30% – gilt als klinisch relevanter Erfolg.
Ungenutztes Potenzial für die Migräneprophylaxe
Die Autorinnen und Autoren des Reviews in The Lancet Neurology (1) weisen allerdings darauf hin, dass präventive Behandlungen bislang in großem Umfang ungenutzt geblieben sind. Viele Patientinnen und Patienten verlassen sich weiterhin ausschließlich auf Akutmedikation. Mit dem Risiko eines Medikamentenübergebrauchs und einer weiteren Verschlechterung des Krankheitsverlaufs.
Martinelli et al., Advances in migraine prevention. The Lancet Neurology 2026; 25(3): 279–293
