Weltkrebstag 2026: Mehr Krebs im Alter
Mit dem Krebsreport 2025 wurden die Herausforderungen und Strategien bei der Früherkennung und Versorgung von älteren Betroffenen präsentiert.

Der demographische Wandel und die steigende Lebenserwartung führen dazu, dass Krebserkrankungen zunehmend ältere Menschen betreffen. Bereits heute wird der Großteil der Diagnosen bei über 65-Jährigen gestellt, mit weiter steigender Tendenz. Diese Entwicklung stellt das Gesundheitssystem insbesondere in Früherkennung, Diagnostik und Versorgung vor große Herausforderungen.
Bestehende Früherkennungsprogramme und Leitlinien orientieren sich häufig an jüngeren, gesünderen Populationen und sind auf ältere Menschen nur bedingt übertragbar. Alterungsprozesse, Multimorbidität, funktionelle Einschränkungen und reduzierte Belastbarkeit beeinflussen Krankheitsverlauf und Therapieverträglichkeit wesentlich.
Daher gewinnt eine individuelle, ganzheitliche Behandlung an Bedeutung. Medizinische Entscheidungen sollen nicht am kalendarischen Alter, sondern an der gesamten gesundheitlichen Situation ausgerichtet werden. Dazu zählen Begleiterkrankungen, kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit, soziale Faktoren sowie persönliche Präferenzen. Leitprinzip ist dabei „Therapieziel vor Therapieplan“, insbesondere bei palliativen Verläufen mit sich ändernden Bedürfnissen.
In Österreich sind bereits über 60 % der neu diagnostizierten Krebspatient:innen ≥65 Jahre alt; bis 2040 wird dieser Anteil auf über 75 % steigen. Trotz steigender Fallzahlen und hoher Komplexität zeigt der Krebsreport 2025, dass die onkologische Versorgung auch im hohen Alter sehr gut funktioniert: Innovative Therapien werden bis ins hohe Alter eingesetzt und führen auch bei über 65- bzw. 75-Jährigen zu vergleichbaren Überlebensgewinnen wie bei Jüngeren.
Um diese Versorgungsqualität zu sichern, müssen die besonderen Bedürfnisse älterer Patient:innen stärker in Gesundheitsplanung und Versorgung berücksichtigt werden. Dazu zählen standardisierte geriatrische Assessments, interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Vermeidung von Über- und Fehlversorgung sowie eine stärkere Einbindung älterer Menschen in klinische Studien.
Parallel dazu ist eine nachhaltige Stärkung des Gesundheitsbewusstseins notwendig. Prävention, ein gesunder Lebensstil und individuell sinnvolle Früherkennungsmaßnahmen können dazu beitragen, Lebensqualität, Mobilität und selbstbestimmtes Altern zu erhalten. Der österreichische Krebsreport liefert dafür eine zentrale, evidenzbasierte Grundlage für Medizin, Politik und Forschung.
APA-OTS
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