13. Jän. 2026Weniger Schmerzen, Blähungen und Durchfall

Endometriose: Low-FODMAP-Diät lindert gastrointestinale Beschwerden

Low-FODMAP-Diät bei Endometriose
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Eine von sieben Frauen im gebärfähigen Alter leidet an Endometriose. Typische Beschwerden sind Beckenschmerzen, Fruchtbarkeitsprobleme und oft auch gastrointestinale Symptome. Dennoch fehlen in den Leitlinien klare Ernährungsempfehlungen. Eine australische Studie zeigt nun erstmals, dass eine Low-FODMAP-Diät die durch Endometriose ausgelösten Verdauungsprobleme nachweislich lindern kann.

Drei Viertel der Betroffenen klagen über Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Dyschezie. Diese Symptome verschlimmern sich meist während der Menstruation, unabhängig davon, ob der Darm von Endometriose betroffen ist.

Ärzte stufen die Beschwerden oft als „komorbiden Reizdarm“ ein, was jedoch der Komplexität der Krankheit nicht gerecht wird. Hinweise deuten vielmehr auf eine eigene, bislang wenig erforschte pathophysiologische Ursache hin.

Ein weiteres Problem: Die Behandlung von Endometriose konzentriert sich vor allem auf die Schmerzlinderung und die Therapie der Unfruchtbarkeit, während Magen-Darm-Beschwerden oft unbeachtet bleiben. Viele Patientinnen versuchen daher, ihre Symptome mit nicht evidenzbasierten Ernährungsansätzen selbst zu lindern.

Weniger Beschwerden, mehr Lebensqualität

Ein Forscherteam um Jane E. Varney von der Monash Universität in Melbourne untersuchte, wie sich eine vierwöchige Low-FODMAP-Diät auf die Verdauungsbeschwerden von Endometriose-Patientinnen auswirkt (1). Diese Diät reduziert die Aufnahme von fermentierbaren Oligo-, Di- und Monosacchariden sowie Polyolen.

Die randomisierte, kontrollierte und einfach verblindete Crossover-Studie schloss 35 Frauen mit gesicherter Endometriose-Diagnose und starken Magen-Darm-Beschwerden ein. Die Teilnehmerinnen, im Durchschnitt 31 Jahre alt, erhielten entweder 28 Tage lang eine Low-FODMAP-Diät (<5g FODMAPs/Tag) oder eine Kontrollkost (20g FODMAPs/Tag), beide basierend auf australischen Ernährungsempfehlungen. Nach einer mindestens 28-tägigen Pause wechselten die Frauen zur jeweils anderen Diät.

Die Forscher bewerteten die gastrointestinalen Symptome auf einer visuellen Analogskala (100mm), wobei eine Verbesserung um mehr als 20mm als klinisch relevant galt. Bei 60% der Frauen, die die Low-FODMAP-Diät einhielten, verbesserten sich die Beschwerden deutlich – im Vergleich zu 26% unter der Normalkost. Der durchschnittliche Symptomwert sank mit der Low-FODMAP-Diät von 64mm auf 38mm, während er unter der Kontrollkost nur um 3mm zurückging.

Bauchschmerzen und Blähungen nahmen unter der speziellen Diät deutlich ab. Auch die Stuhlkonsistenz normalisierte sich bei den meisten Patientinnen. Die Forscher führen dies auf eine geringere osmotische Belastung und eine verlängerte Kolontransitzeit zurück.

Zudem verbesserte sich die Lebensqualität sowohl in Bezug auf die Verdauung als auch auf die Endometriose. Die allgemeine psychische Belastung – etwa durch Stress, Ängste oder depressive Symptome – blieb in beiden Gruppen ähnlich. Allerdings besserten sich die Beschwerden bei denjenigen Patientinnen, die zu Studienbeginn bereits an Depressionen und Angstzuständen litten.

Ein vielversprechender Ansatz

Die Low-FODMAP-Diät lindert Verdauungsbeschwerden bei Endometriose und steigert die Lebensqualität der Betroffenen. Da es bislang keine gezielten Therapien für diese Patientinnen gibt, könnte die Studie eine wichtige Versorgungslücke schließen. Die Autoren betonen jedoch, dass weitere Untersuchungen nötig sind, um die Ergebnisse im Alltag zu bestätigen.

Was bedeutet "FODMAP"?

FODMAP steht für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole (engl.: Fermentable Oligosaccharides, Disaccharides And Polyols). Diese Gruppe schlecht absorbierbarer, kurzkettiger Kohlenhydrate verursacht eine übermäßige Ansammlung von Flüssigkeit und Gas im Dünn- und Dickdarm. Zu den FODMAPs zählen Fruktose, Laktose, Fruktane, Galakto-Oligosaccharide und Polyole. Ihre kleine, osmotisch aktive Struktur erschwert die Aufnahme und begünstigt eine schnelle Fermentation. Die geringe Molekülgröße zieht Wasser in den Dickdarm, während die Mikroflora dort FODMAPs fermentiert und dabei Kohlenstoffdioxid, Wasserstoff und Methan freisetzt. Die vermehrte Flüssigkeit und die entstehenden Gase lösen Diarrhoe, Blähungen und Bauchschmerzen aus.