ECTRIMS: Aussagekräftige Biomarker zur Vorhersage der MS-Progression
Biomarker für die Prognose und die Kontrolle des Behandlungserfolgs bei Multipler Sklerose (MS) sind seit Langem Gegenstand der Forschung. Eine auf dem diesjährigen ECTRIMS-Kongress von spanischen und italienischen Forschenden vorgestellte Studie1 legt nahe, dass die Serumspiegel der Neurofilament-Leichtkette (sNfL) und des sauren Glia-fibrillären Proteins (sGFAP) Hinweise auf die Behinderungsprogression geben. Damit kann auch das Ansprechen auf spezifische Therapien abgeschätzt werden.

In der multizentrischen Beobachtungsstudie, die in 13 Krankenhäusern durchgeführt wurde, fanden Dr. Enric Monreal et al. heraus, dass erhöhte sNfL – ein Protein, das auf neurodegenerativen Prozessen hinweist – zu Beginn der MS sowohl eine schubassoziierte Verschlechterung (RAW) als auch eine von der Schubaktivität unabhängige Progression (PIRA) vorhersagen können. Darüber hinaus korreliert sGFAP – ein Protein, das aus Astrozyten stammt und in den Blutkreislauf gelangt, wenn das zentrale Nervensystem (ZNS) verletzt oder entzündet ist – mit der PIRA von Betroffenen mit niedrigen sNfL.
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- Serum neurofilament light chain and glial fibrillary acidic protein levels at disease onset unveil immunologic pathways of disability acquisition in multiple sclerosis, Monreal E et al., Presented at ECTRIMS 2024.
- Meier S et al.: Serum Glial Fibrillary Acidic Protein Compared with Neurofilament Light Chain as a Biomarker for Disease Progression in Multiple Sclerosis. JAMA Neurol 2023; 80(3):287–297. doi: 10.1001/jamaneurol.2022.5250
