Management von Epilepsien im Erwachsenenalter
Seit einigen Monaten liegt eine neue, gemeinsam mit der ÖGN entwickelte, deutsche S2k Leitlinie zum ersten epileptischen Anfall und zum Management von Epilepsien im Erwachsenenalter vor.1 Die Guideline unterscheidet sich methodisch erheblich von ihrem Vorgängerdokument und enthält auch eine Reihe neuer, bzw. geänderter Empfehlungen.

Bei der neuen Leitlinie handelt sich um ein konsensusbasiertes Dokument, dem aufgrund der strukturierten Konsensusfindung und des strukturierten Gremiums hohe Legitimation für die Umsetzung zugesprochen wird. Dr. Tim von Oertzen, ärztlicher Direktor der Uniklinik Würzburg und Mitglied des Leitlinienkomitees unterstreicht jedoch, dass Leitlinien zwar klare Handlungsempfehlungen formulieren, dass diese jedoch als „Handlungs- und Entscheidungskorridore" zu verstehen seien, von denen in begründeten Fällen abgewichen werden kann oder sogar muss. Die Anwendbarkeit einer Leitlinie oder einzelner Leitlinienempfehlungen müsse in der individuellen Situation geprüft werden nach dem Prinzip der Indikationsstellung, Beratung, Präferenzermittlung und der partizipativen Entscheidungsfindung.