
Immuntherapie als Konversionstherapie
Erste Untersuchungen bei lokal fortgeschrittenen Kolonkarzinomen (CRC), die einen hohen Mikrosatelliteninstabilitätsstatus (MSI-H) aufgrund eines mangelhaften DNA-Mismatch-Reparatursystems (dMMR) aufweisen, zeigen, dass sich neoadjuvante Immuntherapien als Konversionstherapie eignen. Die meisten der untersuchten Patientinnen und Patienten konnten nach einer kurzzeitigen Immuntherapie operiert werden. Ob sich die bemerkenswerten Reaktionen auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICIs) auch außerhalb von Studien an einem tertiären Zentrum und nicht nur beim lokal begrenzten fortgeschrittenen CRC, sondern auch bei oligometastatischen Erkrankungen reproduzieren lassen, wurde anhand von 4 Fällen an einer spanischen Klinik überprüft.

Um die beste Behandlungssequenz beim fortgeschrittenen CRC zu bestimmen, ist der Nachweis von KRAS-, NRAS- und BRAF-Mutationen sowie dMMR und der anschließende Test auf MSI-H obligatorisch. Der dMMR/MSI-H-Status findet sich bei 5–15% aller CRC-Patientinnen und -Patienten und ist ein zuverlässiger Biomarker für ein langfristiges Ansprechen auf Immun-Checkpoint-Inhibitoren.
