
Pädiatrische B-ALL: CAR-T bei CHEK2-Mutation
Keimbahnmutationen des Checkpoint-Kinase-2-Gens (CHEK2) können das Risiko für solide Tumore erhöhen, wurden bisher aber nicht als Risikofaktor für eine lymphatische Leukämie (B-ALL) identifiziert. Jüngst wurde jedoch über den Fall eines Kindes mit einem B-lymphoblastischen Lymphom berichtet, bei dem diese Mutation nachgewiesen wurde. Er wurde mit einer gegen CD19-Antigen gerichteten chimären Antigenrezeptor-T-Zelltherapie (CAR-T) behandelt, die zur Behandlung der rezidiviert/refraktären (R/R) B-ALL zum Einsatz kommt.

CHEK2 ist ein Tumorsuppressor-Gen, dem eine entscheidende Rolle im Zellzyklus und bei der DNA-Reparatur zukommt. Ob es sich dabei um ein echtes Tumordispositionssyndrom-Gen handelt, ist noch unklar. Es gibt aber Hinweise darauf, dass dieses Gen eine wichtige Rolle bei der Krebsanfälligkeit spielt, speziell beim Mammakarzinom, aber auch bei Prostata-, Nieren-, Schilddrüsen- und Dickdarmkrebserkrankungen. Lymphatische Malignome, insbesondere B-ALL, scheinen jedoch in Verbindung mit CHEK2-Mutationen sehr selten aufzutreten. Soweit bekannt, liegt bisher kein Bericht über den Einsatz einer CAR-T-Zelltherapie bei rezidivierter B-ALL bei einem Patienten mit CHEK2-Mutation vor. Jetzt wurde die Therapie erfolgreich zur Behandlung einer früh rezidivierten pädiatrischen B-ALL bei einem Patienten mit einer CHEK2-Mutation und einem papillären Schilddrüsenkarzinom eingesetzt.
