ÖGP 2023: Parasomnien und neurodegenerative Erkrankungen
Szenisches Verhalten und andere Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf können eine enorme Belastung für eine Partnerschaft sein. Die Differenzialdiagnose von Parasomnien ist unter anderem deshalb wichtig, weil REM-Schlaf-Verhaltensstörungen oft der erste Hinweis auf eine sich entwickelnde neurodegenerative Erkrankung sind.

Parasomnien sind unerwünschte und unangemessene Verhaltensweisen, die aus dem NREM- oder REM-Schlaf heraus auftreten, nicht willkürlich gesteuert sind und zu den nichtorganischen Schlafstörungen gezählt werden. Es wird geschätzt, dass 2–6% der Erwachsenen unter Parasomnien leiden. Bei Betroffenen und ihren Partnerinnen und Partnern besteht oft ein hoher Leidensdruck, da nicht nur der Schlaf gestört ist, sondern auch eine Eigen- und Fremdgefährdung bestehen kann. Charakteristisch für Parasomnien ist, dass Angst und Emotionen eine große Rolle spielen.