CGRP-Antagonisten bei Migräne: Warum nicht First Line?
Gegen CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) oder den CGRP-Rezeptor gerichtete Therapien werden in der aktuellen EAN/EHS-Leitlinie als dritte Wahl in der Prophylaxe von Migräneattacken empfohlen. Im Rahmen des EAN-Kongresses 2023 wurde die Frage diskutiert, ob diese gut wirksame und verträgliche Option nicht in die First Line aufrücken sollte.

Migräne ist eine rekurrierende Erkrankung, deren langfristiges Management präventive Therapien erforderlich machen kann. Das Ziel ist, Frequenz, Dauer oder Schwere der Migräneattacken zu reduzieren, nicht jedoch, die Migräne zu heilen. Um diese Ziele zu erreichen, stehen einerseits nicht spezifische Therapien wie Betablocker, Antikonvulsiva oder Antidepressiva sowie bei der chronischen Migräne die lokale Applikation von Botulinumtoxin A zur Verfügung. Dem steht seit einigen Jahren die Gruppe der gegen CGRP oder den CGRP-Rezeptor gerichteten monoklonalen Antikörper gegenüber, wie Prof. Dr. Messoud Ashina vom Rigshospitalet Glostrup, Dänemark, ausführt. Aktuell zugelassen sind die Antikörper Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab. Hinzu kommt der orale CGRP-Rezeptor-Antagonist Rimegepant sowie in naher Zukunft Atogepant.1
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