14. Juni 2023European Lung Cancer Congress (ELCC)

Immuntherapien: Der Preis der Wirksamkeit

Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren finden mittlerweile bei einer Vielzahl von Tumoren in der metastasierten Situation Anwendung und kommen zunehmend auch in neoadjuvanten und adjuvanten Strategien zum Einsatz. Diese Therapien haben nicht das von den zytostatischen Chemotherapien bekannte Nebenwirkungsprofil, sind jedoch ebenfalls nicht frei von Toxizität, wobei insbesondere therapieinduzierte Autoimmunerkrankungen Probleme bereiten können.

Präzisionsonkologie und gezielte onkologische Therapie – Konzeptionelle Illustration
ArtemisDiana/GettyImages

Auf Immuntherapien zu verzichten ist im Management zahlreicher Tumorerkrankungen schwierig geworden, so Prof. Dr. Niels Reinmuth von der Asklepios Lungenklinik Gauting. Enthält man Patientinnen und Patienten die Behandlung mit einem Checkpoint-Inhibitor vor, so bedeute das beispielsweise im Falle des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms, dass man – vorausgesetzt es liegt keine onkogene Treibermutation vor – auf dem Standard vergangener Jahrzehnte behandle. Mangels Alternativen muss in solchen Fällen auch mit Outcomes gerechnet werden, wie sie vor 20 Jahren akzeptiert werden mussten. Allerdings bestehen auch für Immuntherapien Kontraindikationen. Allerdings sind absolute Kontraindikationen gegen Checkpoint-Inhibitoren selten und beschränken sich auf Unverträglichkeiten gegenüber dem Medikament oder seinen Komponenten. Dabei wird laut Beipacktexten beispielweise eine Unverträglichkeit gegenüber L-Histidin genannt. Reinmuth unterstreicht jedoch, dass er noch niemals Patientinnen und Patienten mit einer solchen Unverträglichkeit gesehen habe und darauf auch nicht routinemäßig getestet werde.

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum onko