10. Okt. 2023Aus der Fachliteratur

Organmanifestationen bei systemischer Sklerose

Entscheidend für die erfolgreiche Behandlung einer systemischen Sklerose ist nicht nur die frühe Diagnose. Um die Mortalität dieser komplexen Erkrankung zu senken, gilt es vor allem die drohenden Organbeteiligungen frühzeitig aufzuspüren. Von Dr. Sonja Kempinski

Medizinische 3D-Illustration von Antikörpern mit Zellhintergrund
peterschreiber.media/GettyImages

Die systemische Sklerose (SSc) hat eine Vielzahl klinischer Auswirkungen, die die Betroffenen nicht nur in ihrer Lebensqualität erheblich belasten. Sie weist zudem unter allen rheumatischen Erkrankungen auch die höchste Sterblichkeitsrate auf. Die frühe Diagnose der SSc gilt deshalb als essenziell.* Zu den ersten Anzeichen gehören bekanntermaßen Raynaud-Syndrom und Fatigue. Ob ein Mensch mit Raynaud-Phänomen eine SSc entwickelt, lässt sich Untersuchungen zufolge zu einem gewissen Grad vorhersagen. So leiden Patient:innen mit zusätzlichen Sklerodermie-typischen Befunden in der Nagelfalz-Kapillarmikroskopie plus spezifischen SSc-Antikörpern nach fünf Jahren zu 65,9 Prozent und nach zehn Jahren zu 72,7 Prozent an einer definitiven SSc. Bei Vorliegen von Raynaud-Symptomatik, positiven SSc-Antikörpern und geschwollenen Fingern waren nach fünf Jahren 94 Prozent an einer SSc erkrankt. Raynaud-Betroffene mit normaler Kapillarmikroskopie ohne SSc-Antikörper litten nach fünf Jahren nur zu 1,3 Prozent an einer SSc.

Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum innere