
Immuntherapie bei Lynch-Syndrom
Daten zur Anwendung einer Immuntherapie mit dem PD1-Inhibitor Pembrolizumab beim Lynch-Syndrom liegen zurzeit nur begrenzt vor. Der Fall einer 46-jährigen Frau mit Lynch-Syndrom und fortgeschrittenem Endometriumkarzinom zeigt, dass ein gutes Ansprechen auch bei metastasierender chemorefraktärer Erkrankung möglich ist.

Das Lynch-Syndrom stellt eines der häufigsten erblichen Tumorprädispositionssyndrome und die häufigste Form einer erblichen Darmkrebsprädisposition dar. Zu den Lynch-Syndrom-assoziierten Tumoren zählen mitunter aber auch andere Tumore wie Endometrium- oder Ovarialkarzinom. Frauen mit Lynch-Syndrom haben ein Lebenszeitrisiko von 10–47 Prozent für Gebärmutterkrebs. Etwa drei Prozent aller Endometriumkarzinome gehen auf das Lynch-Syndrom zurück. Als typisches Merkmal weisen diese eine Mismatch-Repair-Defizienz (MMR) und konsekutiv eine Mikrosatelliteninstabilität (MSI) auf. Tumore mit diesem Defekt sprechen üblicherweise gut auf eine Behandlung mit Immuncheckpoint-Inhibitoren an.
In der vorliegenden Studie wird der Fall einer 46-jährigen Frau mit Lynch-Syndrom und fortgeschrittenem Endometriumkarzinom vorgestellt, deren Erkrankung sehr gut auf Pembrolizumab, einen Anti-PD-1-Antikörper, ansprach, nachdem sich eine vorhergehende Chemotherapie als unwirksam erwies. Daten zur Anwendung dieser Immuntherapie beim Lynch-Syndrom liegen zurzeit nur begrenzt vor. Vorhergehende Studien zeigen aber vielversprechende Resultate für den Einsatz von Pembrolizumab bei der Behandlung des fortgeschrittenen Endometriumkarzinoms.
