10. Juni 2026Messbare physiologische Reaktionen

„Fußball-Fieber“ gibt es wirklich

Forschende der Universität Bielefeld dokumentierten beim DFB-Pokalfinal 2025 mittels Wearables signifikant erhöhte Herzfrequenz- und Stresswerte bei Fußball-Fans.

Men watching sport on tv together at home screaming cheerful.
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Wissenschaftler um Prof. Dr. Timo Adam, Universität Bielefeld, untersuchten in einer Studie die physiologische Erregung von Fussballfans. Dazu werteten sie Daten von Wearables aus, die aus der Zeit des DFB-Pokalfinals 2025 stammten. Die Forscher analysierten Herzfrequenz und Stresslevel von 229 Fans des Außenseiters Arminia Bielefeld über rund zwölf Wochen, ergänzt durch Befragungsdaten.

Die Messung des Stressniveaus der Fußball-Fans erfolgte indirekt über Smartwatch-basierte Algorithmen. Diese kombinierten die Herzfrequenz mit der Herz­frequenz-Variabilität sowie individuellen Faktoren. Daraus leitete das System einen Stresswert ab (0 bis 100 Punkte). Die Messung erfolgte in regelmäßigen Intervallen und erfasste damit dynamische Veränderungen im Tagesverlauf.

Stressniveau höher als an spielfreien Tagen

Im Vergleich zu Werten an spielfreien Tagen waren am Finaltag das durchschnittliche Stressniveau (44,2 vs. 31,3) und die Herzfrequenz (78,7/min vs. 70,9/min) gesteigert. Die Erhöhung setzte bereits Stunden vor Spielbeginn ein und erreichte kurz vor dem Anpfiff ihren Höhepunkt.

Während des Spiels schwankte die Herzfrequenz der Fußball-Fans in Abhängigkeit vom Spielverlauf. Hohe Werte traten in Phasen mit hoher Ergebnisunsicherheit auf. Nach Toren des favorisierten VfB Stuttgart sanken die Werte zunächst, stiegen in der Schlussphase allerdings erneut an.

Die Daten beschreiben damit das "Fußball-Fieber" als messbare körperliche Reaktion: Emotionale Beteiligung zeigte sich in erhöhten Stress- und Herzfrequenzwerten, die bereits vor dem Spiel einsetzten und über das Ereignis hinaus anhielten.