Frag Dr. Google

Selbstmedikation ist in diesen Zeiten, in denen jeder nur für sich selbst da zu sein scheint, offensichtlich das Gebot der Stunde. Gar nichts einzuwenden ist gegen mündigere PatientInnen, die Hörigkeit mancher älterer Generation vor den Göttern in Weiß ist auch keine gesunde Sache. Das Pendel schlägt derzeit eher in eine andere Richtung – KundInnen wie PatientInnen wissen selbst alles am besten und kommen mit fixfertigen Diagnosen zum Arzt oder in die Apotheke.

Am liebsten habe ich es, wenn auf Verdacht gleich ganze Familien mit den gleichen Medikamenten behandelt werden – vom Kleinkind bis zum Opa. So geschehen vor Kurzem, als eine infektiöse Konjunktivitis bei einem dreijährigen Mädchen diagnostiziert wurde und ich ein ordentliches Rezept vorgelegt bekam. Als mich der Vater fragte, woher das kommen könnte, und im Gespräch herauskam, dass die Kleine bis zu fünf Stunden am Tablet sitzt und sich sicher auch immer wieder die Augen reibt, weil sie aufs Zwinkern vergisst, konzentrierte ich mich darauf und versuchte dem Vater ins Gewissen zu reden. Er war auch nicht glücklich damit, wusste sich aber nicht zu helfen …

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