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Keimverseuchte Lebensmittel: 2018 waren Listerien am gefährlichsten

Kühlen, waschen, kochen und genießen: Leider wird diese Abfolge beim Essen nicht immer eingehalten. Dem Genuss folgen dann Durchfall und Erbrechen, verursacht durch Keime. Die AGES, Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, sucht in ihrer Niederlassung in Graz nach Erregern in Lebensmitteln und warnt vor falscher Handhabe. 2018 starben daran in Österreich 23 Menschen.
Bei der AGES in Graz ist das Zentrum für lebensmittelbedingte Krankheiten angesiedelt und die Experten in den Labors prüfen angefangen von landwirtschaftlichen Produkten, Tiergesundheit, Lebensmittel und Humanproben praktisch alles im Zusammenhang mit Essen und Trinken in Österreich. Immer wieder haben sie es mit klassischen Erregern zu tun: Listerien, Campylobacter, Salmonellen sowie Noroviren und VTEC-Bakterien (Verotoxin bildende E.coli, auch bekannt als EHEC, Anm.) zu tun. Sie alle werden auf Menschen übertragen und können tödlich sein.
2018 sind in Österreich 27 Fälle von Erkrankungen aufgrund von Listerien gemeldet worden. Acht davon gingen tödlich aus. Die Sterblichkeit liegt bei 20 bis 30 Prozent, warnten die Experten am Freitag in Graz bei einem Pressegespräch. "Der Konsument ist kaum an mit Listerien verseuchten Produkten schuld, aber die potenziell gefährlichen Waren wie Weichkäse oder roher Lachs müssen sehr kühl gelagert werden", erklärten die Wissenschafter. Der Kühlschrank sollte vier Grad Celsius und nicht nur zehn Grad Celsius kalt sein. Aufgrund der Schwere der Krankheit bei Listerien ist die Dunkelziffer gering.
Anders ist das allerdings bei Campylobacter: Der Erreger ist häufig im Darm von Geflügel zu finden und kann sich bei der Verarbeitung auch auf das Fleisch übertragen. Wird rohes Huhn zum Kochen vorbereitet und danach etwa der Salat gemacht, können sich die Keime übertragen. Infiziert sich der Mensch, bekommt er meist Durchfall. Doch viele gehen deswegen gar nicht zum Arzt, weshalb die Dunkelziffer bei Campylobacter sehr hoch ist. 2018 gab es in Österreich 7.982 gemeldete Fälle, sechs davon endeten mit dem Tod des Patienten. Tatsächlich dürfte es laut den Experten etwa 40.000 bis 80.000 Erkrankungen pro Jahr geben.
Bei Salmonellen ist die Dunkelziffer fünf bis zehn Mal höher als die gemeldeten Fälle: Im Vorjahr waren es 1.533, wovon fünf letale Folgen hatten. Besonders die Infektion mit Salmonellen ist allerdings im vergangenen Jahrzehnt stark zurückgegangen. Zum einen durch bessere Hygiene, zum anderen aber auch deshalb, weil alle Legehennen in der EU mittlerweile dagegen geimpft werden. Am Norovirus sind 2018 in Österreich 1.572 Menschen laut Statistik erkrankt, vier davon starben daran. VTEC-Fälle wurden 300 gezählt, allerdings ohne einen Todesfall.
Laut AGES ist das Bewusstsein in der Bevölkerung noch immer nicht sonderlich groß, dass kaum Pestizidrückstände und dergleichen für Todesfälle sorgen, sondern die übertragenen Viren und Bakterien. Durch richtige Lagerung, getrennte Küchenutensilien, ordentliches Waschen, Überprüfung von Ware und Verpackung sowie das ausreichende Kochen von Speisen können viele Erreger umgangen oder abgetötet werden.
Quelle:
APAMED vom 02.08.2019
APA/RED

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