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Dr. Stelzl: 10 Dinge, die Ihr Hausarzt NICHT ist

… und die sie deshalb auch NICHT von ihm oder ihr erwarten sollten!
Vor ein paar Monaten erhielt ich eine E-Mail vom Sohn hochbetagter Patienten. Da er nicht in Graz arbeitet und sie auch sonst keine Angehörigen haben, die sich kümmern würden, hatte ich ihm schon öfters dringend die Notwendigkeit einer Hauskrankenhilfe näherzubringen versucht. Ich hatte ihn auch mit sämtlichen Kontaktadressen versorgt. Na jedenfalls, passiert ist genau nix und die beiden Alten verwahrlosten schön langsam vor sich hin. Und dann kam die Mail: „Sehr geehrte Frau Doktor, es sieht jetzt aus, als kämen meine Eltern wirklich nicht mehr klar. Ich ersuche Sie daher, hinzufahren und nach dem Rechten zu sehen.“

Ich bin nicht gefahren und habe ihm nochmals das mit der HKP erklärt. Denn:
1.) Ihr Hausarzt ist NICHT das Mädchen für alles! Gestern erschien eine Studentin nicht zur ausgemachten Vorsorgeuntersuchung. Als wir sie deshalb anriefen, erklärte sie schnippisch, dass sie ja eh abgesagt hätte. Sie hätte dazu das Kontaktformular auf meiner Homepage ausgefüllt. Meine Homepage hat jedoch kein solches Kontaktformular:
2.) Ihr Hausarzt ist NICHT zu blöd, um zu wissen, wie sein Betrieb organisiert ist und was da vor sich geht! Immer öfter sind Patienten unzufrieden, weil sie im Krankenhaus lange warten mussten, mit Mitgliedern der chirurgischen Zunft keine ausreichend langen und freundlichen Gespräche führen konnten oder irgendetwas nicht so hinhaut, wie sie es erwartet hatten. Die sitzen dann in meiner Ordination, wo sie keine Wartezeiten haben und mit mir über alles reden können. Und mich schreien sie dann an. Und ich will das nicht mehr, denn:
3.) Ihr Hausarzt ist NICHT Buhmann und Sündenbock für alles, was im Gesundheitssystem schiefläuft!

Haben Sie schon einmal nachgesehen, was Sie für zeitaufwendige, chronisch Kranke oder chronisch mühsame Patienten von der Gebietskrankenkasse erhalten? Wenn nicht, lassen Sie es bleiben. Sie könnten sonst zu weinen beginnen. Aber wenn ebendiese Patienten besonders oft in die Ordi kommen oder besonders häufig zu besuchen sind, dann streicht die Kasse einfach auch die letzten 3- Euro-Posten. Denn es kann einfach nicht sein, dass einer mehr braucht als der von Ökonomen abgesegnete Durchschnitt. Und wenn er im Heim ist, gibt’s noch weniger und bei Gruppenverträgen verdient ja der Einzelne noch zusätzlich einen Abschlag.

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