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ÖÄK-Wutscher: „Bedeutung der Hausärzte in der Gesundheitsversorgung wird weiter zunehmen“

Edgar Wutscher, Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin (BSAM) bezieht Stellung zu aktueller Studie zu vermehrtem direkten Aufsuchen von Fachärzten

Aus dem Ergebnis einer aktuellen MedUni Wien-Studie, wonach im Jahr 2014 18,4 Prozent der Patienten ohne vorangegangenen Besuch eines Hausarztes einen Facharzt aufgesucht haben, während das im Jahr 2006 nur 15,1 Prozent taten, wurde in der medialen Berichterstattung zum Teil auf eine abnehmende Attraktivität von Hausärzten geschlossen. Edgar Wutscher, Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin (BSAM) der ÖÄK, bezog nun Stellung zu diesen Spekulationen.

„In Umfragen zur Patientenzufriedenheit in Österreich haben sich rund 95 Prozent der Menschen mit ihrem Hausarzt sehr zufrieden oder zufrieden gezeigt“, stellt Wutscher richtig. „Einer derart hohen Zustimmung durch Kunden – das sind bei uns die Patienten – erfreut sich wohl außerhalb der Medizin kaum ein Beruf.“ Natürlich seien seit der Einführung der e-Card im Jahr 2005 manche Überweisungen durch einen Hausarzt an einen Facharzt hinfällig geworden, so Wutscher: „Das hat aber mit einer angeblichen abnehmenden Attraktivität von Hausärzten und ihren Leistungen überhaupt nichts zu tun.“ Dem anhaltenden Trend, dass Patienten direkt in eine Spitalsambulanz gehen, müsse die Gesundheitspolitik begegnen, indem sie den niedergelassenen kassenärztlichen Bereich generell konsequent ausbaut.

Tatsache sei allerdings auch, dass nicht zuletzt aufgrund der Rahmenbedingungen der hausärztlichen Tätigkeit immer weniger Jungmediziner eine allgemeinmedizinische Kassenarzt-Praxis anstreben. 2010 gab es noch 3.978 solcher Praxen, 2018 nur noch 3.780 – und das bei einer rasch anwachsenden Bevölkerung. Hier müsse die Gesundheitspolitik ansetzen: „Die Einkommenslücke zwischen Allgemeinmedizinern und Fachärzten muss geschlossen werden, der immense Bürokratieaufwand muss reduziert werden, wir brauchen flexible Arbeitsmodelle, der Facharzt für Allgemeinmedizin muss endlich Realität werden, und die Universitäten müssen das Fach Allgemeinmedizin stärker fördern“, fasst der BSAM-Obmann zusammen. „Dann werden wieder mehr junge Ärzte den schönen Beruf des Hausarztes ergreifen und die Versorgungslücken, die sich abzeichnen, können geschlossen werden.“

Quelle

APAMED vom 08.07.2019

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