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Wieso das geschwollene Knie?

Illustration: Kim NovakDer Fall. „Seit 2 bis3 Tagen hab ich nun dieses angeschwollene Knie und auch der Knöchel ist so dick gewor­den“, berichtet Herr K. (Angestellter, 25 Jahre) und zeigt auf sein linkes Knie. „In der Früh ist mir nun beim Duschen auch noch aufgefallen, dass ich so komische Rötungen am Penis habe. Das beunruhigt mich jetzt sehr! Ich war bis jetzt eigentlich immer gesund, außer vielleicht mal so eine Magen-Darm-Geschichte oder eine Erkältung oder so.“ Klinik: Cor und Pulmo: unauff. UEX: deutlich geschwollenes, gerötetes und leicht über­wärmtes linkes Knie sowie rechtes OSG, Genital: kleine ca. 2cm messende Rötung am Penis mit weißlichem Rand, restlicher Hautstatus unauffällig, keine Schmerzen beim Harnlassen, Kein Trauma/keine Verletzung, RR 130/76mmHg, P 80, Temp. 36,8 °C Labor: leicht erhöhte Entzündungswerte, ansonsten unauffällig. Keine Dauermedikation. An welche Diagnose denken Sie und was müssen Sie beachten? (ärztemagazin 21/17)

„Nach ausführlicher Anamnese stelle ich die Diagnose ,reaktive Arthritis‘“

Foto: PrivatDoz. Dr. Bernhard Angermayr, 
Facharzt f. Innere Medizin, Gastroenterologie & Hepatologie, Leiter von ärzte im zentrum St. Pölten, www.zentrum.at
Herr K. präsentiert sich mit einer Oligoarthritis zweier großer Gelenke. Das Feld der möglichen Differenzialdiagnosen ist weit, sodass eine umfassende, für den Patienten aufwendige und für die Kostenträger teure Abklärung durchgeführt werden könnte. So könnte ich Herrn K. laborchemisch (ANA, RF, CCP, HLAB27, Leberwerte, Nierenwerte, Salmonellen-, Campylobacter und Yersinien-Antikörper, Borrelienserologie, Chlamydienserologie, Harnbefund) abklären, eine Überweisung zum Röntgen und zur MRT der Gelenke ausstellen, und ihn zum Urologen wegen der Rötung der Glans penis (2cm finde ich persönlich nicht klein), zum Dermatologen und zum Augenarzt überweisen. Eine Gelenkspunktion wäre natürlich auch möglich. Noch einfacher wäre es, Herrn K. direkt in ein Spital zur Aufnahme zu schicken, wo all dies verfügbar ist.

Nach kurzem Ärger darüber, dass solche Abklärungen tagtäglich unkontrolliert und vom Gesundheitssystem unbemerkt passieren, wähle ich den internistisch herausfordernderen Zugang der schlanken, raschen und effizienten Diagnose: Ich stelle nach ausführlicher Anam-nese (Diese ist entscheidend!) die Diagnose „reaktive Arthritis“. Aufgrund des guten Allgemeinzustands und der vorhandenen Laborwerte führe ich nur eine Blutabnahme (Leber, Niere, CRP, BB, Salmonellen-, Campylobacter und Yersinien-Antikörper), eine Harn-diagnostik inkl. Urikult sowie eine Stuhlkultur durch. Herr K. erhält eine Überweisung zum Dermatologen (Begutachtung und Urethalabstrich) und zum Röntgen der betroffenen Gelenke.

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