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Einkaufen als Sucht: Aktuelle Studie zur Situation in Österreich

14.07.2017 – Eine Studie der Arbeiterkammer Wien (AK) ergab auf Basis von Interviews mit 1.000 KonsumentInnen ab 14 Jahren, dass elf Prozent der Menschen in Österreich kaufsüchtig sind, weitere 13 Prozent zeigen die Tendenz dazu. Die vom Gallup Institut/Karmasin Marktforschung durchgeführte Umfrage zeigte, dass jede dritte Frau sowie jeder fünfte Mann kaufsuchtgefährdet ist.

Unter Kaufsucht versteht man, dass der Kaufakt ein Gefühl der Befriedigung verschafft, allerdings nicht das erstandene Produkt. Während in der Gruppe der 14- bis 29jährigen 17 Prozent und bei den 30- bis 44-Jährigen 16 Prozent kaufsüchtig sind, sinkt der Anteil ab 45 Jahren auf rund 5 Prozent. Eine Unterteilung gibt es außerdem bei KonsumentInnen die häufig im Internet shoppen. Hier sind gar 26 Prozent kaufsüchtig.

Einen weiteren Zusammenhang stellte die Studie in Bezug auf das bargeldlose Zahlen her: 21 Prozent der Menschen, die häufig mit Bankomartkarte zahlen, sind kaufsüchtig, allerdings nur vier Prozent, die das nie tun. Generell zeigen auch Menschen mit niedriger Bildung tendenziell häufiger problematisches Kaufverhalten.

Gabriele Zgubic, Leiterin der Abteilung Konsumentenpolitik der AK Wien, gibt an, dass die Kaufsucht ein nicht sehr präsentes Thema in der Öffentlichkeit darstelle, jedoch mehr Beachtung verdiene. Sie plädiert für Finanz- und Verbraucherbildung in den Schulen.

Das Wiener Anton-Proksch-Institut (API)für Suchtkranke behandelt die Kaufsucht bereits seit zehn Jahren. „Kaufsucht kommt nie allein, sie geht vielfach Hand in Hand mit Depression, Schlaf- und Angststörungen oder Problemen in Beziehung oder Familie“, so Michael Musalek, ärztlicher Leiter des API. „Kaufsucht sei die am meisten stigmatisierte Suchterkrankung, Kaufsüchtige kämen kaum in Behandlung. Bei Therapie können allerdings 80 Prozent der Betroffenen über lange Zeit symptomfrei sein“, sagte der Psychiater.

 

Quelle: APAMED

 

Von: Mag. Nicole Resl