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Leistungsbilanz der Wiener Ordensspitäler

Die acht Wiener Ordensspitäler streben eine möglichst langfristige Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt Wien an.

Bei einer Pressekonferenz am 20. Jänner präsentierte die gemeinsame Plattform der Wiener Ordensspitäler, deren Unternehmensauftrag christlich-humanistisch motiviert ist, im Wiener Cafe Landtmann ihr Leistungsspektrum.

Prim. Dr. Manfred Greher, Sprecher der Plattform der acht Wiener Ordensspitäler, Ärztlicher Direktor des Herz-Jesu Krankenhauses

Prim. Dr. Manfred Greher

Da die möglichst hohe Planungssicherheit in Form einer langfristigen vertraglichen und finanziellen Absicherung durch die Stadt Wien für die Ordensspitäler einen zentralen Stellenwert habe, setze man auf einen transparenten Leistungsnachweis, erklärte der Sprecher der Plattform, Prim. Dr. Manfred Greher, der als Ärztlicher Direktor des Herz-Jesu Krankenhauses tätig ist, die Intention zur öffentlichen Nachweiserbringung.

Die acht Ordensspitäler wollen im Spitalskonzept der Stadt öffentlich wahrnehmbar vorkomm, das laut greher nämlich nach der Formel “6 plus 1″bis zum Jahr 2030 sechs KAV-Spitäler und das AKH Wien vorsehe. Dazu würden als fixer Bestandteil der Gesundheitsversorgung noch die gemeinnützigen Ordensspitäler mit öffentlichem Versorgungsauftrag hinzukommen, was dieser Formel allerdings nicht zu entnehmen sei.

Greher strebt eine möglichst langfristige Finanzierungsvereinbarung an, und zwar über die Jahre nach 2016 hinaus, da sich Bauvorhaben über diesen Zeitpunkt hinaus erstrecken und entsprechende Verträge mit Baufirmen bestehen würden.

Künftige Zusatzkosten durch Ärztearbeitszeitgesetz

Die Ordensspitäler befürchten eine einseitige Bevorzugung der KAV-Spitäler. Wie schnell das Thema Planungssicherheit für Ordensspitäler hochgradig aktuell werden könne, würden die aktuellen Verhandlungen aufgrund des Ärztearbeitszeitgesetzes und deren noch nicht abschätzbaren finanziellen Konsequenzen für die Spitäler zeigen. Planungssicherheit müsse deshalb auch Bereiche umfassen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht im Detail planbar seien, wie eben die künftigen Zusatzkosten durch das neue Ärztearbeitszeitgesetz. Hier versuchen die Ordenshäuser einer einseitige Bevorzugung der KAV-Häuser entgegenzuwirken, indem sie ihre Leistungen einer breiten Öffentlichkeit präsentierten.

Gesundheitsversorger und Spitzenmedizin

Greher betonte, welch großen Beitrag die Ordensspitäler sowohl als Gesundheitsversorger mit Breitenversorgung in hoher Qualität, aber auch mit Spitzenmedizin mit ihren mehr als 4.100 Mitarbeitern leisten würden. Die Häuser fungierten als Ausbildungsstätten für den medizinischen und pflegerischen Nachwuchs und hätten als verlässlicher Partner der Stadt Wien einen fixen Stellenwert als Wirtschaftsfaktor. In den letzten Jahren seien in sechs Spitälern bauliche Tätigkeiten in einem zum Teil beträchtlichen Umfang vorgenommen worden. Nun wolle man öffentlich klarstellen, welche Rahmenbedingungen nötig seien, um diese Leistungen auch in Zukunft in gewohnter Qualität erbringen zu können.

Jedes fünfte Wiener Spitalsbett steht in einem Ordenshaus

Im Jahr 2014 hatten Wiens Ordensspitäler rund 125.000 stationäre Patienten und 550.000 Belagstage, was einem Anteil von mehr als 20 Prozent bei den stationären Patienten entspreche, bilanzierte der Geschäftsführer des Krankenhauses St. Elisabeth, Mag. Markus Zemanek. Rund 200.000 Patienten hätten die Ordenshäuser ambulant behandelt, insgesamt habe es im Vorjahr 30.000 tagesklinische Behandlungen gegeben.

Ausbildungsstätten

Die acht Ordensspitäler beschäftigen 134 Turnusärzte und 110 Fachärzte in Ausbildung sowie 41 Studierende, die das Klinisch-Praktische-Jahr absolvieren. In sechs Häusern werde die Pflegeausbildung angeboten.

Karitative Medizin

In vielen Häusern werde der ambulante Bereich überwiegend ohne Kostenersatz betrieben, versicherte Zemanek. So hätten nicht-versicherte Patienten die Möglichkeit, sich behandeln zu lassen, weiters gebe es eine Armenambulanz sowie Geburtshilfe für nicht-versicherte Frauen.

Die Wiener Ordensspitäler

  1. Krankenhaus der Barmherzigen Brüder (2. Bezirk)
  2. Krankenhaus St. Elisabeth (3. Bezirk)
  3. Herz-Jesu Krankenhaus (3. Bezirk)
  4. Hartmannspital (5. Bezirk)
  5. Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien (6. Bezirk)
  6. Orthopädisches Spital Speising (13. Bezirk)
  7. St. Josef-Krankenhaus (13. Bezirk)
  8. Krankenhaus Göttlicher Heiland (17. Bezirk)

Quelle: Leistungs-Bilanz-PK der Wiener Ordensspitäler, Wien, 20.01.2015