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Fall der Woche: Starke Nackenschmerzen

Illustration: Kim Novak

Frau W., eine 73-jährige rüstige Dame, kommt mit folgendem Problem zu Ihnen: „Ich habe seit zwei Tagen solche Schmerzen im Nackenbereich, die bis übers rechte Ohr in die Stirn ziehen. Dann bekomm ich starke Kopfschmerzen und mir wird total schwindlig.“ Sichtlich beunruhigt schildert sie Ihnen ihre Symptome. Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich im Nacken eine gut tastbare olivengroße Verhärtung, die etwas gerötet und minimal überwärmt ist. Die Palpation ist für die Patientin vor lauter Schmerzen kaum erträglich. Beim weiteren Gespräch erfahren Sie, dass Frau W. immer recht gesund war, hin und wieder unter Rückenschmerzen litt und außer einer TRINS I keinerlei Vorerkrankungen vorzuweisen hat. Nur zum Schlafen benötigt Frau W. ein halbes Temesta, ansonsten versucht sie Medikamente möglichst zu vermeiden. RR 140/90mmHg, P 70, Temp: 36,8°C, BB: unauffällig. Woran leidet Frau W. und welche Therapie leiten Sie ein? 

„Zuerst erfolgt der Ausschluss eines geschwollenen Lymphknotens“

Foto: Privat

OA Dr. Fernas Amir
FA f. Orthopädie und orthopädische Chirurgie, Arzt f. Allgemeinmedizin Orthopädisches Spital Speising, Wien
Eine funktionell-strukturelle Untersuchung der HWS wäre für die Diagnosefindung relevant. Die Funktion der HWS, die segmentale Untersuchung und der neurologische Status müsste erhoben werden. Zur Beurteilung des Tumors im Nacken wäre die Topografie und der palpatorische Befund, inklusive Verschieblichkeit, essentiell. Zuerst erfolgt der Ausschluss eines bestehenden geschwollenen Lymphknotens, welcher eher nuchal bzw. retroauricular liegen müsste, und eines lokal-entzündlichen Geschehens (Furunkel etc.). Bei Verhärtungen im Bereich der Muskulatur würde es sich daher am ehesten um eine schmerzhafte Myogelose handeln. Die Differenzierung zu einer Myogelose wäre relativ unproblematisch.

Derartige Muskelverhärtungen können als Trigger-Punkt ausgeprägte lokale Schmerzhaftigkeit und auch ein Ausstrahlungsmuster zeigen. Im Regelfall besteht aber keine Rötung oder Überwärmung. Sollte sich die Geschwulst als geschwollener Lymphknoten erweisen, wäre eine Abklärung in dieser Hinsicht unerlässlich. Ein isolierter geschwollener Lymphknoten könnte für ein malignes Lymphom, für benigne Tumoren, Metastasen oder selten eine Lymphadenitis sprechen. Gegen das lokal entzündliche Geschehen sprechen die fehlenden bzw. minimalen lokalen Veränderungen und die Tatsache, dass die Beschwerden nicht lokal begonnen haben.

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