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Globales Tool zur Diagnose der Menopause

An der australischen Monash University wurde eine Methode entwickelt, mit der Allgemeinmediziner bei Frauen ab dem Alter von 40 Jahren eine eintretende Menopause feststellen können. Das “Practitioner Toolkit for the Managing the Menopause”, das neben einem Diagnose-Tool ein Kompendium der zugelassenen Hormonbehandlungen enthält, steht ab 7. Juli zum kostenlosen Download bereit.

Eine einfache Methode hilft Allgemeinmedizinern, den Beginn der Wechseljahre zu diagnostizieren.

Eine einfache Methode hilft Allgemeinmedizinern, den Beginn der Wechseljahre zu diagnostizieren.

Unter der Leitung von Prof. Susan Davis kombinierte ein Forschungsteam vorhandene Forschungsergebnisse über die Menopause, Diagnose-Algorithmen und umfangreiche klinische Erfahrung, um das Diagnose-Tool zu entwickeln. Das für den Einsatz in Arztpraxen vorgesehene Instrument arbeitet auch mit der Krankengeschichte der jeweiligen Patientinnen und berücksichtigt Risikofaktoren, um optimale Therapievorschläge erzielen zu können.

Davis argumentiert, dass das Toolkit hilfreich sein könne, da es zwar viele detaillierte Leitlinien für die Wechseljahre gebe, die Realität jedoch zeige, dass die meisten Hausärzte nicht die Zeit hätten, sich durch einen 40 Seiten umfassenden Bericht durchzuarbeiten, wenn ihnen nur 5 oder 10 Minuten pro Patientin zur Verfügung stünden.

“Basierend auf Rückmeldungen von Patientinnen und Ärzten wurde uns klar, dass es eine weit verbreitete Verwirrung gibt, wie zu bestimmen sei, wann die Menopause beginnt und wie mit der Verschreibung angemessener Behandlung Nebenwirkungen beizukommen sei”, meinte Davis in einer Aussendung der Universität. Viele Absolventen medizinischer Universitäten hätten nämlich in ihrer Ausbildung wenig über die Menopause erfahren, daher gebe es Davis zufolge eine klare Notwendigkeit für einfache und praktische Leitlinien.

Das Tool-Kit

Das kostenlose Toolkit enthält ein Flussdiagramm standardisierter Fragen, anhand derer Ärzte beurteilen können, ob sich eine Patientin möglicherweise in der Menopause befindet. Zusätzlich sthet auch eine Liste der von den Aufsichtsbehörden in verschiedenen Ländern zugelassen Hormontherapien zur Vefügung, auch nicht-hormonelle Therapien sind enthalten, wenn deren Nutzen bewiesen ist.

“Üblicherweise wird Frauen eine Hormon-Therapieverschrieben, doch deren Erfolg hängt von der Art und Ausprägung der Symptome,  persönlichen Umständen und dem medizinischen Hintergrund ab”, erläutert Davis. “Dieses Toolkit hat das Potenzial, das zu ändern, denn es gilt für eine 41-jährige Frau in Madras ebenso wie für eine 48-Jährige in Manhattan.”

Die International Menopause Society (IMS) fördert die weltweite Verwendung des Toolkits. IMS-Präsident Rod Baber zufolge basiere es nämlich auf formalen Richtlinien für die Wechseljahre. “Dadurch wird sichergestellt, dass jede einzelne Frau gut darüber informiert ist, was mit ihr passiert, wenn sie altert, welche Therapiemöglichkeiten es gibt, welche Optionen zur Überwachungund welche Hormonersatztherapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen”, so Baber.

F. M. Jane , Susan R. Davis
A Practitioner’s Toolkit for Managing the Menopause
Climacteric, Ahead of Print : Pages 1-16, doi: 10.3109/13697137.2014.929651

Quelle: Monash University