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Wiener Bluttage 2014

BlutAufgrund der Unterschiede in der Pharmakodynamik ergeben sich für die derzeit verfügbaren direkten oralen Antikoagulanzien (DOAKs) Besonderheiten vor allem im Hinblick auf mögliche Medikamenteninteraktionen.

Aktuell befinden sich in der Klasse der DOAKs (früher: neue orale Antikoagulanzien) die Substanzen Dabigatran, Rivaroxaban und Apixaban auf dem Markt, in absehbarer Zeit wird Edoxaban zugelassen. Dabigatran hemmt den Faktor IIa, während alle anderen genannten DOAKs Hemmer des Faktors Xa sind.
Der Einsatz von DOAKs wird gemäß der European Society of Cardiology (ESC) dem von Vitamin-K-Antagonisten gleichgestellt (Camm et al. 2012). „Patienten unter Therapie mit Vitamin- K-Antagonisten gelten als gut eingestellt, wenn 70 Prozent der innerhalb eines Jahres gemessenen INR-Werte zwischen 2 und 3 liegen“, erklärt die klinische Pharmazeutin Mag. Martina Anditsch, aHPh, Anstaltsapotheke SMZ Ost/Donauspital, Wien. DOAKs sollten dann bevorzugt eingesetzt werden, wenn Patienten auf Vitamin-K-Antagonisten schlecht einzustellen sind, wenn Nebenwirkungen (z.B. Haarausfall) auftreten oder wenn kontinuierliche INR-Messungen nicht möglich sind.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik der DOAKs erweist sich als sehr unterschiedlich (Heidbuchel et al., ESC 2013). Dabigatran weist mit drei bis sieben Prozent eine nur sehr geringe Bioverfügbarkeit auf, deswegen wird es auch grundsätzlich höher dosiert. Anditsch: „Darüber hinaus muss Dabigatran als Prodrug in einer Weinsäureformulierung vorliegen, um überhaupt resorbiert werden zu können.“ Aus diesem Grund könne es Dyspepsien verursachen.
Dabigatran liegt als Steckkapsel vor. „Diese darf niemals geöffnet werden, weil es dadurch zu Verätzungen der Speiseröhre kommen kann und die Blutungsgefahr steigt“, betont Anditsch. „Eine Verabreichung über eine Ernährungssonde sollte vermieden werden. Allerdings ist auch die gleichzeitige Verabreichung eines Protonenpumpenhemmers nicht sinnvoll, da dadurch die Resorption um bis zu 30 Prozent sinkt.“
Dabigatran beeinflusst nicht das Cytochrom- P450-System in der Leber, es wird zu rund 80 Prozent über die Niere ausgeschieden. Bei einer Niereninsuffizienz mit einer Kreatininclearance von <30ml/min ist Dabigatran kontraindiziert. „Dies ist deswegen zu betonen, weil die ESC generell den Einsatz von DOAKs bei eingeschränkter Nierenfunktion vorsichtig bewertet, da die Datenlage dazu bislang sehr dürftig ist“, erklärt Anditsch.

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