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Rasch das richtige Antibiotikum finden

Mit einer neuen Methode können Blutproben innerhalb von neun Stunden auf das Vorliegen von Antibiotika-Resistenzen überprüft werden. Die von deutschen Forschern entwickelte Technik soll vor allem bei Patienten mit Sepsis zum Einsatz kommen, da hier einerseits jede Minute zählt, andererseits Breitbandantibiotika nicht immer die erhoffte Wirkung zeigen.

Miniaturisierter Wachstumschip zur Erkennung bakterieller Resistenzen
Miniaturisierter Wachstumschip zur Erkennung bakterieller Resistenzen

Eine im Rahmen des Projekts „SALUS“ (Schnelldiagnostik von Antibiotikaresistenzen akut lebensbedrohter Patienten mit unbekanntem Sepsiserregerbefund) entwickelte Technologie lässt innerhalb weniger Stunden erkennen, welches Antibiotikum Bakterien am schnellsten abtötet.

An den Fraunhofer-Instituten für Angewandte Informationstechnik (FIT) und für Lasertechnik (ILT) wurde im Zuge eines Kooperationsprojekts mit dem Universitätsklinikum Aachen und Industriepartnern eine Untersuchungsmethode entwickelt, mit der innerhalb von neun Stunden ermittelt werden kann, ob ein eingesetztes Antibiotikum wirkt oder Bakterien dagegen resistent sind und sich großflächig ausbreiten.

Bestimmung der Antibiotikasensitivität über mikroskopische Wachstumskurvenanalyse

Das Schnelldiagnostikverfahren basiert auf einem miniaturisierten System samt einem patentierten optischen Aufbau. Die Antibiotikasensitivität wird dabei über eine mikroskopische Wachstumskurvenanalyse unter Zuhilfenahme von Bildverarbeitungssoftware bestimmt. Technische Grundlage ist ein mikrofluidisches System zur Sortierung und Anreicherung von Krankheitserregern nach molekularbiologischen Merkmalen sowie deren Vervielfachung in Mikrokultursystemen.

Der Wachstumsmonitor berechnet mit seiner Software, wie sich die Erreger längerfristig entwickeln werden, wobei das Programm einerseits die Größe des Bakterienteppichs analysiert und andererseits das Verhältnis von lebenden zu abgetöteten Bakterien erfasst.

Die neue Methode ermöglicht, Erreger schneller zu erkennen. Damit können Sepsis-Patienten künftig rasch eine sichere Therapie erhalten.

Quelle: Fraunhofergesellschaft, Bundesministerium für Bildung und Forschung

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