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Neues Service

Medonline kooperiert mit Symptoma.at

Ab sofort ist der Symptom-Checker zu COVID-19, der vom Dienstleistungsunternehmen Symptoma GmbH entwickelt wurde, auch über medonline.at abrufbar. Die Anwendung dient in Wien mittlerweile als gleichwertige Ergänzung zur Corona-Hotline 1450 und auch die Bundesbeschaffungsagentur Österreich listet diese als eine der vier Screeningoptionen für Corona.

Symtpoma versteht sich als digitaler Gesundheitsassistent mit der Mission, dass jeder Patient die richtige Diagnose und Behandlung bekommt. 
Dabei steht hinter der hochkomplexen Datenbank eine simple Anwendung: Der Arzt oder der Patient kann via Chatbot Symptome eingeben und erhält eine Liste an möglichen Ursachen, die wiederum nach ihrer Wahrscheinlichkeit sortiert sind. Gleichzeit werden – die Künstliche Intelligenz macht es möglich – konkrete Fragen an den Anwender gestellt, um weitere Symptome aufzudecken, die vielleicht noch nicht genannt wurden, aber für die Diagnose relevant sind.

Die Gründer von Symptoma

Dr. Jama Nateqi

Dr. Jama Nateqi

Thomas Lutz

Thomas Lutz

Medonline hat Dr. Jama Nateqi zum Interview gebeten.

Medonline: Welche Mission verfolgt Symptoma?
Nateqi:
Symptoma ist ein digitaler Gesundheitsassistent mit der Mission, dass jeder Patient die richtige Diagnose und infolge die entsprechende Behandlung verdient. Das ist es, wofür wir uns einsetzen. Das Problem, das wir mit Symptoma lösen wollen, sind Fehldiagnosen. Schließlich ist jede siebente Diagnose, die gestellt wird, entweder falsch oder kommt zu spät. Mit der richtigen Diagnose könnten jedes Jahr weltweit eineinhalb Millionen Menschen gerettet werden.

Woher kommt diese negativ beeindruckende Zahl?
Nateqi: Diese kommt vor allem von Fehlinformationen. So muss ein Arzt eigentlich für eine Diagnose mehr als 20.000 Ursachen berücksichtigen und das ist mehr, als ein einzelner Mensch vermag. Grundsätzlich gibt es ja reichlich medizinisches Wissen, das bereits publiziert wurde. Die  Herausforderung aber ist es, in kurzer Zeit an die richtige Information heranzukommen.

Wie unterstützt der Gesundheitsassistent dabei?
Nateqi:
Wir haben Millionen von medizinischen Publikationen, Patienteneigenberichte und elektronische Krankenakten herangezogen, um das System zu trainieren und die Datenbank aufzubauen. Diese wird täglich durch die aktuellsten Studien und Erkenntnisse ergänzt.
Und so haben wir den Status erreicht, um sagen zu können: Wir haben das einzige viable System am Markt von Symptom-Checkern, und zwar aufgrund der mit Abstand höchsten diagnostischen Treffergenauigkeit, die es in internen, externen und wissenschaftlichen Studien beweisen konnte. (Anm. s.u.)

Wie funktioniert es nun in der Anwendung?
Nateqi:
Ärzte und Patienten können die Symptome eingeben und erhalten eine Liste an möglichen Ursachen, sortiert nach der Wahrscheinlichkeit. Durch Künstliche Intelligenz werden anhand eines Chatbots noch weitere Fragen an den Anwender gestellt, um weitere Symptome aufzudecken, die nicht genannt wurden. Der Chatbot entscheidet selbstständig nach jeder gegebenen Antwort erneut, welche nächste Frage im differenzialdiagnostischen Entscheidungsbaum am sinnvollsten ist.

Sie sagten Ärzte und Patienten?
Nateqi:
Ja, mittlerweile auch Patienten. Bis 2017 war das System nur auf Ärzte ausgelegt. Dann haben wir mit 40 Patientenorganisationen und auch den Patienten selber natürlich gesprochen. Und ich hatte jedes Mal Gänsehaut, als ich deren Geschichten hörte. Das waren sehr oft Schicksale von Patienten mit seltenen Erkrankungen und dann war uns klar: Die diagnostischen Informationen stehen nicht nur der Autorität des Arztes zu, sondern auch dem Patienten. Dieser hat ja das Leid und den Schmerz.
Man weiß ohnehin, dass sich 80 Prozent der Patienten schon online über ihre Symptome informiert haben, bevor sie zum Arzt gehen. Und davon haben wir unseren Auftrag folgendermaßen abgeleitet: Wir müssen die richtigen Informationen zur Verfügung stellen, damit die Arzt-Patienten-Gespräche besser werden und man somit besser zur richtigen Diagnose kommt.

Wie schlägt sich das auf die Zugriffe nieder?
Nateqi:
Mittlerweile erreichen wir monatlich zehn Millionen weltweit. Die Zugriffe Ärzte versus Patienten entsprechen dem Schnitt, den es auch überhaupt gibt. Es gibt 8 Millionen Ärzte, die haben auch eine höhere Nutzungsrate. Es gibt uns in 36 Sprachen, wir haben 20.000 Krankheiten erfasst, und es gab bis jetzt 34 Forschungsprojekte zur Validierung.

Jetzt haben Sie auch ein neues Service gelauncht
Nateqi: Unsere Lösung des COVID-19-Chatbot gibt es eigentlich schon seit Ende Jänner am Markt, nur haben wir diese später kommuniziert, weil wir erstmal selbst eine Studie durchgeführt haben. Dabei haben wir die Treffergenauigkeit anhand von +1.000 Fällen gemessen, wobei wir bei symptomatischen COVID-19-Fällen auf eine Treffergenauigkeit von 96 Prozent kamen. Diese Studie haben wir auch eingereicht und sie ist Anfang November in „Nature“ veröffentlich worden.
Im Rahmen einer weiteren Studie haben wir unterschiedliche Symptom-Checker am Markt auf COVID-19 gesichtet und auch hier feststellen können, dass Symptoma hier die mit Abstand größte Treffergenauigkeit hat.


Was macht den Unterschied?
Nateqi:
Unser System funktioniert im Vergleich zu den anderen so, dass man auch Freitext eingeben kann und dass die Wahrscheinlichkeit von allen 20.000 Krankheiten errechnet wird. Dann sieht man, wo COVID-19 in dem Ranking steht. Es kann auch vorkommen, dass z.B. Allergien viel höher gerankt sind.
Schließlich kann man ja davon ausgehen, dass jeder Mensch einmal im Jahr Husten oder Fieber hat und damit Verdachtspatient ist. Und gerade jetzt in der zweiten Welle, die mit der Grippewelle einhergeht, gibt es genau das Problem: Wie priorisiert man? Und hier unterstützen wir.
Beispielsweise gilt Symptoma in Wien nun als gleichwertige Ergänzung zur Corona-Hotline 1450 und auch die Bundesbeschaffungsagentur Österreich listet diese als eine der vier Screeningoptionen für Corona.

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