Nicht lustig: Polyneuropathie durch Lachgas-Abusus
Lachgas (N2O) ist nicht nur ein bewährtes Anästhetikum, es wird auch als legale aber durchaus problematische Droge missbraucht. Dies kann zu schwerwiegenden neurologischen Komplikationen führen, wie eine aktuelle Studie aus den Niederlanden zeigt.* Die Situation wird dadurch erschwert, dass man es mit einer schwierigen und wenig adhärenten Population zu tun hat.

Lachgas wurde schon lange vor den ersten medizinischen Anwendungen dieser Substanz als „Partydroge“ verwendet, erlangte jedoch in den vergangenen Jahren zunehmende Popularität, die sich nicht zuletzt in den Niederlanden in Zeitungsberichten zu Unfällen unter Lachgaseinfluss niederschlägt. Allerdings kann die Substanz zu schwerwiegenden neurologischen Komplikationen und Schädigungen führen, wie Dr. Anne Buijnes vom Universitätsklinikum Maastricht ausführt. Hintergrund ist eine Blockade des Vitamin-B12-Metabolismus durch N2O. Allerdings beschränke sich die Literatur zu diesem Problemfeld auf einzelne Fallserien und viele Fragen sind offen. Unklar ist unter anderem, welche neurologischen Manifestationen auftreten können, wie sie mit der Dosis korrelieren, wie die Langzeitprognose aussieht, welche Tests zu empfehlen sind und welche Therapien zur Verfügung stehen.