14. Mai 2024Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

ÖGPP: Psychische Belastung durch die Klimakrise

In einer sich schnell verändernden Gesellschaft und Umwelt sind die (psychischen) Herausforderungen insbesondere für vulnerable Menschen enorm. Pandemien, Flucht und Migration, Einsamkeit, Klimawandel, Wirtschaftskrisen, soziale Ungleichheit etc. belasten die Psyche. Welche Auswirkungen im Speziellen die Klimakrise auf die psychische Gesundheit hat, wurde beim Österreichischen Psychiatriekongress in Wien diskutiert.

Malchevska Studio/AdobeStock

Gesellschaftliche Stressoren erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen. Dies spiegelt sich unter anderem in der Zunahme der psychischen Belastungen über die letzten Jahre wider: Rund 20% der österreichischen Bevölkerung leiden mittlerweile an depressiven Symptomen.1,2 Ein wesentlicher Treiber für die steigende Inzidenz ist der Klimawandel und die daraus resultierenden direkten und indirekten Folgen.

Psychische Auswirkungen des Klimawandels

Naturkatastrophen. Der Klimawandel kann direkte (z.B. Überschwemmungen) und indirekte Effekte (z.B. Migration) auf die Psyche haben. So sind etwa Menschen, die eine Naturkatastrophe erlebt haben, häufiger psychisch krank, berichtet Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, Direktor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in seinem Eröffnungsvortrag. In einer Metaanalyse3 betrug die Prävalenz psychischer Erkrankungen von exponierten vs. nicht-exponierten Personen bei 38 vs. 26%. Das Risiko einer Neuerkrankung verdoppelte sich. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf vermehrten Alkohol- und Substanzkonsum sowie häusliche Gewalt. Dies gilt insbesondere für posttraumatische Belastungsstörungen, Angsterkrankungen und Depressionen.

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