Hohes Risiko interstitieller Lungenerkrankung auch bei Psoriasis-Arthritis
Eine Studie der skandinavischen NorForsk Kollaboration untersuchte das Risiko, eine interstitielle Lungenerkrankung zu entwickeln, in einer großen Kohorte von Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) oder Psoriasis-Arthritis (PsA) unter Biologika-Therapie. Dabei zeigten sich für beide Erkrankungen im Vergleich zur Normalbevölkerung deutlich erhöhte Risken. Während dies für die RA bereits länger bekannt ist, kam das Ergebnis hinsichtlich der PsA überraschend. Die Kombination eines Biologikums mit Methotrexat (MTX) hatte keinen Einfluss auf dieses Risiko.*

Eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) ist eine häufige und gefährliche Komorbidität entzündlich-rheumatischer Erkrankungen und insbesondere bei systemischer Sklerose häufig und bestimmend für die Prognose. Doch auch bei rheumatoider Arthritis (RA) ist eine interstitielle Lungenbeteiligung, bekannt als „Rheumalunge“ nicht selten. „Bei der rheumatoiden Arthritis wurden in Fallberichten und kleinen Studien auch Biologika und JAK-Inhibitoren in Verbindung mit ILD gebracht. Auch ein erhöhtes Risiko durch Methotrexat wird diskutiert“, sagt dazu Sella Aarrestad Provan vom Diakonhjemmet Hospital, Center for Treatment of Rheumatic and Musculoskeletal Diseases (REMEDY) in Oslo, und weist auch darauf hin, dass zur Häufigkeit von ILD bei Psoriasis-Arthritis (PsA) bislang kaum Daten publiziert wurden. Noch weniger ist zum Einfluss der Medikation auf das ILD-Risiko bei Patientinnen und Patienten mit PsA bekannt.
- * Aarrestad Provan S et al. Interstitial lung disease in patients with rheumatoid or psoriatic arthritis starting bDMARDs: incidence vs. general population, and the role of methothrexate co-medication. OP0006