ÖGDV: Labordiagnostik bei Arzneimittelreaktionen
Kutane Arzneimittelreaktionen können vielfältig sein und benötigen eine differenzierte diagnostische Abklärung mittels verschiedener labordiagnostischer Verfahren, Haut- und Provokationstests. Im Rahmen der Jahrestagung der ÖGDV sprach Univ.-Prof. DDr. Wolfram Hötzenecker über das spezifische IgE, die zelluläre In-vitro-Diagnostik und präsentierte Fallbeispiele.

Die Labordiagnostik hat einen wichtigen Stellenwert in der Abklärung von Arzneimittelreaktionen. Hierzu zählen Verfahren wie der basophile Aktivierungstest (BAT), der zelluläre Antigen-Stimulationstest (CAST), der Histamin-Freisetzungstest (HFT) oder der Lymphozytentransformationstest (LTT). Bei Soforttypreaktionen kommt die Bestimmung von sIgE, BAT, CAST zum Einsatz. Bei Spättypreaktionen eignet sich der LTT mit hohen Spezifitäten von 91–93%.1 Vorteile der Labordiagnostik sind das fehlende Testrisiko für Patientinnen und Patienten sowie ein breites Allergenspektrum. Nachteilig sind die fehlende Standardisierung und ggf. Negativierung im Verlauf, die teils geringe Sensitivität oder falsch-negative Ergebnisse. Verfahren wie die zelluläre In-vitro-Diagnostik werden meist nur in spezialisierten Zentren angeboten.
- Wurpts G et al., Allergo J Int 2019; 28:121–51
- Hjortlund J et al., Clin Transl Allergy 2014; 4:34
- Torres MJ et al., Clin Exp Allergy 2002; 32(2):270–6
- Macy E et al., Ann Allergy Asthma Immunol 2010; 105(2):136–41
- Wöhrl S et al., Allergol Int 2021; 70(2):244–251
